Taddaaa, da ist sie.

Die offizielle Diagnose.

Kind1 hat das Aspergersyndrom.

Nicht, dass es für mich eine Überraschung gewesen wäre, alles andere hätte mich überrascht. Das hier nicht.

Wir hatten einen Familienaufenthalt im Kinderneurologischen Zentrum, Montag zogen wir dort in der Eltern-Kind-Station der Klinik ein. Zuerst alle in ein 4-Bett Zimmer. Leider gibt es keine größeren Zimmer, aber das war uns von Anfang an klar. Zum Glück für uns und unsere Nerven ist eine Familie abgesprungen und wir bekamen ein zweites, dass Kind1 und ich bezogen, während der Herr Gatte mit Kindern 2 und 3 im eigentlichen Zimmer blieb

Wie erwartet war es trotzdem anstrengend (Termine für Kind1 und/oder Eltern), aber auch irgendwie nicht (langweilig, weil was tun zwischen den Terminen?), wieder anstrengend (ein ziemlich agressives Kleinkind, vor dem  alle anderen Kinder -berechtigter Weise-  Angst hatten o.O ), wieder langweilig… und aufregend.

Kind3 hatte Glück, es gab ein Kind, dass etwas älter war als er, und die zwei haben sich so blendend verstanden, dass sie immer miteinander gespielt haben wenn keine Termine anstanden. Kind 2 hat sich viele Bücher angeguckt und in den Zeiten, in denen sie von der Stationsschwester betreut wurden, weil Herr Gatte und ich Termine hatten, durfte sie basteln und malen.

Kind1 musste dann natürlich ran. Getestet wurde er, mit Fragebögen, Bildern, er musste erzählen, aber er durfte auch Spielsachen benutzen. Er durfte über seine Spezialinteressen berichten, durfte sogar sein Handy mal zeigen mit einem Spiel- nur ganz kurz mal, natürlich.

Herr Gatte und ich wurden von Psychologinnen und Psychotherapeutinnen gelöchert, und wir mussten unsere Sicht der Dinge dazu beitragen.

Heute dann das Abschlussgespräch. Alle drei Damen aus dem Fachkräfteteam saßen mit Superpapa und mir zusammen.

Man sei sich sehr schnell einig geworden, dass bei Kind1 tatsächlich ein Aspergersyndrom vorliege, es sprächen doch sehr viele Punkte dafür. Man gab uns Tipps wie wir Hilfe bekommen könnten, sagte uns, dass Kind1 keine wöchentlichen Therapien benötige (was dieser hinterher mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen hat), und bestätigte noch einmal dass die Wahl des Gymnasiums für ihn von kognitiver Ebene her definitiv die richtige war- er glänzte im Intelligenztest. Letzteres auch nichts überraschendes, aber das Mutterherz schwillt an vor Stolz auf das intelligente Kind 😉 Autismus hat eben auch seine guten Seiten!

Was beim Intelligenztest allerdings unterdurchschnittlich abgeschnitten ist, war das Erkennen sozialer Strukturen und Handlungen, und die Reaktion darauf. Auch das war nicht überraschend für mich, denn das ist ja grade eines seiner größeren Probleme, und eben eines der Probleme am Aspergersyndrom.

Wie gesagt, die Diagnose war für mich allgemein tatsächlich keine Überraschung. Trotzdem war ich beim Abschlussgespräch sehr aufgeregt, dass mir Anfangs die Stimme versagte. Obwohl uns die Psychologin schon am Tag zuvor gesagt hat, dass sie meiner Vermutung zustimmt.

Jetzt ist es offiziell.

Kind1 hat das Aspergersyndrom.

Und ich freue mich darüber, dass wir einen ganz offiziell diagnostizierten Namen haben, und kein „vielleicht ist es das ja…?“

Wir kriegen das hin!

(Und jetzt die nächsten Schritte… 😉 )

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Taddaaa, da ist sie.

3 Gedanken zu “Taddaaa, da ist sie.

    1. Tony Attwood schrieb in seinem Buch „Ein Leben mit dem Asperger-Syndrom“, dass er den Menschen, denen er das diagnostiziert hat, immer gesagt hat: „Herzlichen Glückwunsch, sie haben das Aspergersyndrom!“
      Der meinte das gar nicht ironisch, sondern im Sinne von: Embrace it! Mach Dir das Wissen zunutze! Freue Dich an Deinen besonderen Fähigkeiten, die das ganze mit sich bringt!
      Das haben wir vor, also: Danke für die Gratulation 🙂

      Gefällt 1 Person

  1. Hui, ich lese das jetzt erst! Sorry, war so viel los und für deine Blogbeiträge nehme ich mir gern etwas mehr Zeit! Es ist super, dass Ihr jetzt wisst, was Sache ist! Ich freue mich für euch! Ich denke nichtmal, dass das jetzt eine Herausforderung ist, denn Kind1 lebt ja schon gute 10 Jahre bei euch und ihr kennt euch 😉 😀 Ich denke, es ist einfach wirklich gut, dass „das Kind einen Namen hat“. Und den Klinikaufenthalt stelle ich mir eeeecht anstrengend vor (zu viert ist sowas ja schon uaaaahhhh, dann aber mit fünfen und man ist ja auch ein wenig angespannt…) Bin gespannt auf die anderen Beiträge, die lese ich mir dann morgen durch.
    Ich würde was die Diagnose betrifft ganz offen auf die Schulleitung und Lehrer/innen des Gymis zugehen. Das ist ja nichst Unbekanntes und offen sein ist immer gut!
    Liebe Grüße und Knuddels! :-*

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