Nachts sind wir bei unsren Freunden

… und die fliegen schneller als der Wind *sing*

Bei dem, was ich hier schreiben will, kam mir sofort dieses Lied von Rolf Zuckowski in den Kopf, und ich befürchte, ich habe jetzt einen Ohrwurm. Tja, muss ich jetzt durch, wat?

Ich habe bei Frau Anders gelesen, wie sie die rotierenden Gedanken, die beim Einschlafen kommen, in den Griff bekommt, damit sie auch tatsächlich einschlafen kann. Ich schrieb und schrieb an einem Kommentar, und der wurde länger und länger, und da dachte ich mir, dass ich das eigentlich auch gleich als Blogeintrag nutzen kann.Und als Blogeintrag hab ich es jetzt doch noch etwas umformuliert… Ist jedenfalls schön irre, und ich glaube, ich habe noch überhaupt nie jemandem davon erzählt. Aber ich bin jetzt ja ein irres Huhn, da kann ich sowas auch einfach mal aufschreiben, wa?

Damit meine Gedanken nicht rotieren, bin ich abends im Bett immer schon, seit ich mich erinnern kann „woanders hingegangen“ im Kopf. Ich habe dann immer eine Freundin oder einen Freund, das ändert sich immer mal wieder, die/den besuche ich. Ich habe sogar eine extra Wohnung für diese Freunde (die habe ich irgendwann vor zwei oder drei Jahren mal bei den Sims nachgebaut, das war seltsam, sie „in echt“ und bewohnt zu sehen 😉 ). Mit den Freunden (die nie etwas mit realen Freunden zu tun haben) mache ich so spannende Dinge, die ich gerne mache, Schlittschuh laufen, nette und coole Leute treffen, oder einfach nur Eis essen, Serien gucken  und quatschen, Manchmal gehen wir auch auf Partys.
Niemand findet es seltsam da, wenn ich auf Partys nichts sage, weil alle wissen, dass ich das nicht mag, und meine Freunde übernehmen das Erklären, denn die wissen immer ganz genau, wie es mir grade geht ;-).

Ich bleibe oft tatsächlich monatelang bei meinen Freunden, bewege mich im ausgedachten Tagesverlauf aber nur einen oder zwei Tage weiter. Vieles wiederhole ich auch, manchmal komme ich nicht weiter und denke so lange daran herum, bis es passt- oder ich eingeschlafen bin.

In den letzten Jahren sind die Freunden eigentlich immer Charaktere aus meinen aktuellen Lieblingsserien oder auch mal Schauspieler geworden. Die haben dann alle schon eine Hintergrundstory, die ich entweder übernehme oder komplett ausblende und selber erfinde. Selber ausgedachtes ist mir immer am liebsten, weil grade wenn es Schauspieler sind, mit denen ich „befreundet“ bin, dann müsste ich mir ja passendes dazu aus den Fingern saugen zum Leben.Schauspieler sind mir daher immer nicht ganz so recht, das fühlt sich dann zu „real“ an.  Aber weil ich sowieso nie bewußt sage: „Der/die isses es jetzt!“ nehme ich halt, wer grade zu mir kommt. Und dann… ja, dann bleiben die Freunde bei mir. Die aktuelle Freundin ist auch schon ne ganze Weile da , etwa 10 Monate in wirklicher Zeit, aber ich befürchte, wir haben uns in den 2 Tagen …äh… unechter Zeit 😉   schon fast alles erzählt. Sie darf aber noch bleiben, bis jemand neues einziehen möchte, dann trennen wir uns in Freundschaft.

Früher hatte ich die „Wohnung“ noch gar nicht, fällt mir ein, da muste ich mit meinen Freunden immer irgendwie zu denen hin gehen. Da wurde es aber immer kompliziert, weil ich jedes Mal eine neue Umgebung ausdenken musste, und dann war ich wochenlang beschäftigt, mir alles auszumalen. Als das dann mit den Serienfreunden vor etwa 12 Jahren angefangen hat, war ich dann auch auf der Voyager oder auf Deep Space Nine. Aber Weltall ist mir zu gruselig um mich darin aufzuhalten, und eine eigene Wohnung, in der ich mich auskenne, ist eh viel enstpannter. Wie im wirklichen Leben halt auch, ne? 😉

Als ich noch klein war waren meine Freunde immer komplett ausgedacht, und auch mehr stumme Begleiter auf meinen Reisen. Ich war Reiseleiter, und somit vor allem Bestimmer. Meine Freunde fanden mich toll, denn ich konnte wirklich viel großartiges!

Hanni und Nanni und Jette und Nette und Tina und Tini und wie sie nicht alle heissen haben mir dann die Internate als Schauplatz näher gebracht. Mein Freund/meine Freundin (immer ja nur einer) und ich waren NIE glücklich im Internat, und wir haben immer alles gegeben, um das auch allen zu zeigen. Ganz im HanniNanni-Stil, Streiche und so. Leider war die Internatszeit sehr unglücklich, so dass ich mich manchmal in den Schlaf geweint habe, ganz in meiner Geschichte aufgegangen. Im „wirklichen Leben“ hat mich das aber nie irgendwie gestört, war ja alles nicht echt, bzw in meiner anderen Welt, in die ich sowieso nur abends reinkam.

Mit meinen Freunden kann ich tatsächlich alles machen, und früher habe ich auch viel ausprobiert. Fallschirmspringen, zum Beispiel. War aber echt lahm, deswegen habe ich das sein lassen 😉

Heutzutage tendiere ich mehr dazu, ich selber zu sein, vielleicht eine ganze Ecke witziger und eloquenter, aber alle um mich herum sind Verständnisvoll, wenn ich etwas nicht kann, wenn ich aufgeregt bin, wenn ich ich bin.

Ich plane nie vor, was passieren wird, alles passiert „spontan“. Manchmal bin ich so begeistert von etwas, dass ich am liebsten jemandem erzählen würde, wie cool das wieder mit dem Freund oder der Freundin war. Ich bin dann auch oft noch den ganzen folgenden Tag aufgeregt und kann es gar nicht abwarten, wieder schlafen zu gehen (auch wenn es dann doch wieder 0.30 wird 😉 ).

Aber, wie gesagt, bis jetzt habe ich noch niemandem davon erzählt. Höchstens mal als „Weißt Du,was ich geträumt habe“, aber auch das geht nur bei extrem wenigen Menschen. Weil es mir erstens irgendwie zu privat vorkommt, und außerdem vielleicht auch ein kleines bisschen seltsam 😉 Außerdem, das sind MEINE Erlebnisse. Fühlen sich so herrlich unecht-echt an. Also, ich weiß, dass es nicht echt ist, aber warum soll es sich dann nicht echt anfühlen? Serien guckt man ja auch, um mitten rein zu springen und mitzufiebern!

Jetzt fange ich an zu faseln und mich zu rechtfertigen. Guter Zeitpunkt um aufzuhören.

Und guter Zeitpunkt, um ins Bett zu gehen.

Denn da, also in meinem Kopf, wartet meine Freundin! Wir haben heute noch gute drei Stunde Autofahrt vor uns, weil wir noch ein paar Sachen von mir abholen müssen. Ich muss also noch ein bisschen Reiseproviant packen 😉

Herrlich unaufgeregt!

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Nachts sind wir bei unsren Freunden

5 Gedanken zu “Nachts sind wir bei unsren Freunden

  1. Oh, das klingt ja großartig. Danke daß du es erzählst. Ich hüte mich ja auch immer vor öffentlichen Bekenntnissen solcher Dinge. Sowas ähnliches hab ich früher auch immer gemacht. Mir meine eigene kleine Parallelwelt im Kopf gebastelt und dann so lange an ihr herumgefeilt bis sie quasi perfekt war. Irgendwann war es so perfekt, da ist es mir leider mal in einem schwachen Moment entglitten. Ich konnte kaum mehr unterscheiden zwischen real und gebastelt. Das ist zum Glück schon viele Jahre her, und ich habe das auch wieder „in Ordnung“ gebracht. Dennoch habe ich ein bißchen Angst nochmal damit anzufangen. Andererseits hätte ich ja schon Lust auf ein Stückchen Ichwelt. Vor allem wenn ich das jetzt so bei dir lese. Ist ja schon etwas einsam so ohne…Ich bin ja heute viel stärker und gefestigter. Ich kann ja eigentlich auch mal kurz reinluschern…

    Das wirft in mir schon wieder die Frage auf einer anderen Ebene auf, wie denke ich eigentlich? In Bildern, in Worten, hörend, Mustersehend…hmm…Vielleicht Bilder? Bei dir klingt es stark nach Bilderdenker, wenn ich so lese was du erschaffst.

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    1. Also, so ein oder zwei Mal im Jahr entgleitet es mir auch, aber immer nur ganz leicht. Dann habe ich eine Situation für mich, die so perfekt ist, dass ich den ganzen Tag quasi tagträumend herumlaufe. Dann mache ich zwar körperlich alles so halbwegs im Normalmodus, aber mein Kopf ist so sehr woanders, dass ich immer extrem irritiert bin, wenn mich jemand anspricht. Aber solche Tage sind auch meist eh nur, wenn ich nirgendwo hin muss, mich nichts aus meinen Gedanken reißt, und wenn die Kinder außer Haus sind/ friedlich und ruhig irgendwo spielen. An solchen Tagen bin ich abends auch früh im Bett (Was für mich immer ein Wunder ist 😉 ). Am nächsten Tag ist auch eigentlich immer wieder alles normal. Vielleicht braucht mein Kopf das ja? Wer weiß das schon 😉

      Und das öffentliche Bekennen solcher Dinge: Mir ist erst beim Schreiben aufgefallen, wie seltsam sich das anhört 😉 Obwohl es sich für mich ganz normal anfühlt. Aber auch, wenn es sich für mich nie seltsam angefühlt hat, hab ich es trotzdem immer für mich behalten.

      Ich würde dieses Stückchen Ichwelt, wie Du es nennst, auch nicht missen wollen. Klar, wenn es Überhand nehmen würde, oder mich am realen Funktionieren hindern würde, dann würde ich auch zweifeln, ob das so gesund ist… aber so bin ich echt froh damit 🙂

      Und ich hab das auch mal überlegt, wie ich so denke. Da mir alles, was mit bildhafter Sprache erklärt wird, am Besten im Kopf bleibt, denke ich fast, dass es Bilderdenken ist. Und wenn ich etwas nähe, zum Beispiel, dann schaue ich mir das Schnittmuster an. Sobald es etwas komplizierter ist und ich erst mal überlegen muss wie es funktioniert, dann setze ich mich hin und schließe die Augen. Dann bleibe ich so lange so sitzen, bis ich mir in Gedanken angesehen habe, wie ich es zu nähen habe. Da sehe ich wirklich jeden Schritt und schaue, ob es so geht oder nicht, setze Teile zusammen, wende… Erst wenn ich alles „gesehen“ habe kann ich mich auch ransetzen und nähen, und mache das dann normalerweise ohne (wirkliche) Fehler.

      …Okay, jetzt war ich neugierig und habe Google befragt. Nach einigem hin und herlesen stelle ich fest: Ich BIN tatsächlich ein Bilderdenker. Muss ich mich nochmal reinlesen… klingt interessant! (vor allem nennt Google natürlich die Tatsache, dass hauptsächlich hochbegabte Menschen Bilderdenker sind *hüstel* DAS gefällt mir natürlich am Besten daran!!! *gg* …. Nein, na gut. Hochbegabt bin ich dann doch nicht… egal was google sagt ^^)

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