Asperger unter sich

Die Aspie-Nachbarskinder sind da. Kind1 spielt mit dem Jungen am Computer, Kind2 malt mit dem Mädchen.

Plötzlich, durch den Hauch eines Anlasses, explodiert Kind1 und bekommt einen Mega-Wutanfall. Wie man das halt so von ihm kennt- von null auf hundert in weniger als einer Sekunde. Schreiend und um sich schlagend rennt er hier herum, wütet.

Die Mädels am Tisch sehen sich nur kurz an (sie haben nichts mit dem Vorfall zu tun, ich war die „Böse“), das Nachbarsmädchen lächelt wissend, und sagt einfach nur: „Asperger.“

Upps. Für Kind1 ist jetzt genau das der Tropfen, der seine sowieso schon tropfende Tasse zum Überlaufen bringt… und er schreit lauter, läuft rot an, und rennt im Affenzahn zum Nachbarsmädchen, um sie gegen den Tisch zu schubsen.

Dann zieht er sich glücklicherweise in sein Zimmer zurück, sein Freund mit ihm. Dort kann er sich abreagieren, ungestört.

Das Mädchen ist etwas baff, aber hat sich nicht weh getan. Was bei ihr überwiegt ist Verständnis. Dass Kind1 nun mal nicht anders reagieren konnte, obwohl es die falsche Reaktion ist. Dass Kind1 einfach keine andere Möglichkeit sah, sich in dem Moment zu helfen. Sie erzählt mir, dass es ihr ganz oft genau so geht. Für sie war es jetzt fast richtig toll zu sehen, dass es auch anderen (Kindern) genau wie ihr geht.

Da hatte, so gesehen, der Wutanfall von Kind1, auch was richtig gutes.

Und der Wutanfall selber, der ist auch schon lange vorbei.

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