Alles muss raus

Das hier wird jetzt mal therapeutisches bloggen, mal sehen ob es funktioniert oder nicht. Vermutlich wird es nicht sehr strukturiert, und ich nehme an, es gibt massenhaft Rechtschreibfehler. Wer einen findet, darf ihn behalten, ich bin da großzügig.

Der letzte Text, den ich hier geschrieben hab, der war ja so jammerig. Mir ging es nicht gut, ich habe es gemerkt, ich habe versucht etws zu ändern. Sommerferien sind einfach doof, aber man kann versuchen, das Beste daraus zu machen. Und wenn ich ja schon weiß was ich tun kann, dann muss ich alles dransetzen, dass es nicht schlimmer wird.

Ich hatte ja Bedenken, wieder in einen Shutdown zu kommen, so wie letztes Jahr. Ich war auch wirklich kurz davor.

Dann kam meine Mutter ein paar Tage, und half mir, wenigstens im Haus wieder Ordnung zu schaffen.

Das war ein großer Aufschwung für mich- ich hatte im aufgeräumten Haus wieder mehr Energie, ich habe einige wichtige Dinge, die liegengeblieben sind, erledigen können. Ich war sehr stolz auf mich, und mir ging es gut.

Ich habe es dann sogar geschafft, die anstehende Geburtstagsparty für Kind1 zu organisieren- mir macht so etwas sehr viel Spass, und ich bastelte vor mich hin. Ich habe es währenddessen sogar geschafft, das Haus in Ordnung zu halten. Ich hatte einfach wieder alles im Griff. Ich fühlte mich großartig!

Dann kam die Party, und obwohl es mir sehr viel Spass gemacht hat, und die Bande auch eigentlich gut händelbar war, hat es mich total aus den Latschen gehauen.

Gestern ging es zuerst noch, ich war etwas müde, aber es war ja auch ne Übernachtungsparty.

Die Müdigkeit ging aber tiefer, und ich merkte, wie ich immer fahriger wurde, unruhiger. Die Kinder waren schlecht drauf (klar, Schlafmangel), das gab mir den Rest.

Heute merke ich also: Ich habe mich mit dieser blöden, tollen Party wieder mitten in einen Shutdown katapultiert. Morgens ging es noch, aber im Laufe des Tages musste ich Ohrenstöpsel tragen, wie eine Irre mit den Händen flattern, im Haus auf und ab laufen, und manchmal war der Druck im Inneren so groß, dass ich automatisch versucht habe, ihn wegzuschlagen. Mit der Hand auf die Brust oder gegen den Oberschenkel, immer wieder. Oder ich versuche ihn abzuschütteln, indem ich den Kopf schüttele. Nein, nein, nein…. Ich habe versucht, die schlimmsten Anfälle wieder heimlich zu machen, habe mich oft zurückgezogen. Manchmal ging das aber nicht.

Ich würde das gerne erklären, wenn ich wieder soweit bin, aber sprechen geht dann nicht. Mir fallen keine Worte ein, die einfachsten sind dann die, die ich einfach nicht rauskriege. Außerdem kostet es unglaublich viel Kraft zu sprechen und zu erklären, so dass ich einfach gar nichts mehr sagen will. Eigentlich will ich nur alleine sein, in einem schalldichten Raum oder so.

Heute mussten wir allerdings noch zu meiner Schwiegermutter. Bestandsaufnahme im Haus machen, weil sie umzieht und nicht alles mitnimmt. Meine Aufgabe war Fotos machen, Möben ausmessen, Maße aufschreiben. Aber daran war nicht zu denken. Meine Hände wollten flattern, wenn ich schreiben wollte, der Kopf wollte nein-nein-nein sagen, wenn ich auf den Zollstock gucken wollte, und sowieso, das, was ich gesehen habe war nicht immer das, was auch da stand. Währenddessen sensibel sein- Schwiegermutter fällt es sehr schwer, ihr geliebtes Haus zu verlassen und nur einen Bruchteil ihrer Habe mitzunehmen. Ich musste also aufpassen, freundlich und verständnisvoll zu sein. Dann, ebenfalls währenddessen: Quietschende Kinder, die zwar nur spielen, aber ich vertrage keine hohen Geräusche.

Ich habe nach 3 Möbelstücken aufgegeben.

Der Herr Gatte hat mir offensichtlich angesehen, dass ich am Ende war, ich sagte bloß, dass ich das jetzt nicht kann, und er nickte nur. Versuchte nicht mich zu drängen- komm, das muss doch fertig werden, mach mal!

Zu Hause setzte ich mich an den Laptop, um der neuen Lehrerin von Kind1 eine eMail zu schreiben- oh, das wollte ich ja auch noch schreiben, ich glaube, die Lehrerin von Kind1 ist großartig, und er ist da gut aufgehoben!! Ich habe mit ihr telefoniert, und bin jetzt beruhigt.

Jedenfalls, als ich die Mail schreiben wollte war plötzlich die ganze Familie um mich herum. Ich bekam einen kleinen Ausraster, Herr Gatte schmiss daraufhin alle raus, und ich durfte in Ruhe weiter machen.

Ich habe mich auch zusammengerissen und später Wäsche aufgehängt und Abendessen gemacht, aber ich habe es nicht geschafft, zusammen mit der Familie zu essen. Aber ich durfte abhauen, ins Schlafzimmer, mit dem Laptop. Und so sitze ich jetzt hier und will in Worte fassen, was ich nicht aussprechen kann. Will in die Welt schreien- schriftlich- , dass mir grade alles zu viel ist.

Als es neulich so schlimm war, hatte ich den ganzen Tag den Drang, herumzulaufen, zu flattern, den Druck wegzuschlagen, aber ich habe mich zurückgehalten. Ich hab es einfach nicht gemacht, un dgehofft, dass es schon weggeht, wenn ich entspanne. Abends bin ich mit einer starken Anspannung ins Bett gegangen. Am liebsten wäre ich abends hin und her gerannt und hätte mit den Händen geflattert, aber ich habe es mir wieder mal verboten. (Warum mach ich das immer noch??)  Wie gesagt, ich habe gehofft, dass der Druck auch so weggeht. Dann bin ich ins Bett gefallen, hundemüde, und sofort eingeschlafen, trotz Druck. Um 2 Uhr Nachts bin ich aufgewacht, und der Druck war noch da. Ich konnte nicht weiterschlafen, also bin ich irgendwann aufgestanden. Und weil grade niemand sonst wach war und mir zugucken konnte, bin ich hin und her gelaufen und habe mit den Händen geflattert. Und das tat so gut. Der Druck ging langsam weg, also lief ich, und lief ich. Hin und her, vom Wohnzimmer in die Küche, manchmal bis ins Bad, immer hin und her, und flattern, Hände gegen die Beine schlagen, flattern, gehen. Nach 45 Minuten, die mir ganz kurz vorkamen, war ich ganz entspannt. Ich trank noch eine warme Milch, und als im Bett lag schlief ich in wenigen Augenblicken ein. Und morgens war ich etwas müde wegen des Schlafmangels, aber entspannter.

Ich lerne ja offensichtlich nur langsam, aber aktionen wie die zeigen mir, dass ich einfach im Alltag autistischer sein muss als ich es allen zeige, um „beisammen“ zu bleiben. Also, ich muss e smehr rauslassen.Lernen, dass ich das nun mal bin.

Und mir weniger zumuten. Mann, die Geburtstagsparty hat mir SOWAS von den Rest gegeben. Ich glaube ich bräuchte jetzt mal Höhle zum Zurückziehen. Also, eine mit Internetanschluss und Strom, natürlich, und Bettchen und Badewanne und vollem Kühlschrank .

Und jemand sollte bitte mal dieses extrem laute rauschen in meinem Kopf ausschalten.

Und mich sortieren. Ich bin ganz durcheinander.

(Und sende das jetzt ab, ohne korrekturzulesen.)

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Alles muss raus

2 Gedanken zu “Alles muss raus

  1. Ganz ehrlich? Mir wäre es nach einer Kinder-Übernachtungsparty genau so gegangen!!!

    Du könntest dir evtl. überlegen – so wie du auch schon geschrieben hast – wie man das etwas stressfreier gestalten kann. Ist ein Kindernachmittag nicht stressfreier, als die Kinder über Nacht dazuhaben? Sorry, falls mein Vorschlag ganz daneben sein sollte, ich habe keine Kinder…

    Und das mit dem nicht Einschlafen können geht mir nach stressigen Events oder Tagen ganz genau so. Hast du doch aber prima gemeistert 🙂

    Lautes Rauschen im Kopf? Moment, ich hab da was für dich:
    http://hochsensibelsein.de/hochsensibles-hirnrasen/

    Bitte nicht falsch verstehen – ich mag dich jetzt nicht von Autismus zu Hochsensibilität oder sonstwohin stecken. Der Artikel könnte evtl. trotzdem weiterhelfen. Die Frau ist Coach und ich finde, sie schreibt einfach schöne Artikel, die nicht nur Hochsensiblen helfen.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Gefällt mir

    1. Klar sind Übernachtungsparties anstrengend, aber ich habe echt ständig viele Kinder hier. An und für sich ist es nicht so dramatisch.Sogar Übernachtungskinder haben wir allgemein echt oft. Letztes Jahr war die Vorbereitungszeit für die Geburtstagsparty von Kind1 sogar noch exzessiver, es war ebenfalls eine Übernachtungsparty- aber hinterher war ich müde und entspannt. Das hier, das hat eine ganz andere Dimension, das ist nicht bloß angestrengt.
      Nächstes Jahr wird es definitiv entstresst, denn es hat sogar Kind1 gestresst. Wie genau wir das machen werden wir dann noch sehen. Vielleicht in zwei oder drei Etappen, und immer nur zwei oder höchstens 3 Kinder. Keine Ahnung, Wir haben ja erst mal ein Jahr bis dahin 😉

      Ich habe mir den Link zum „Hirnrasen“ durchgelesen, aber das passt ehrlich gesagt gar nicht. Nicht meine Gedanken rauschen, sondern tatsächich meine Ohren. Die Ohrstöpsel haben die äußeren Geräusche weggehalten, aber es hörte sich trotzdem an, als würde ein Fön neben meinen Ohren laufen, und dazu ein alter Röhrenfernseher piepsen. Je mehr Anspannung und Druck im inneren, desto lauter. Heute war es echt laut…

      Liebe Grüße
      Das Huhn

      Gefällt 1 Person

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