Urlaub oder so

So, auch mal was nettes hier auf diesem Kanal, man kann ja nicht immer nur jammern  Befindlichkeiten kundtun 😉

Viel Blabla also, aber hey, mein Blog ^^

Kind 1 hatte seine erste Klassenfahrt mit der neuen Klasse. Einmal Wanderfahrt mit einer Übernachtung in einer Jugendbegegnunsstätte.

Das heißt nach einem langen und anstrengenden Tag zusammen mit 3 Mitschülern in einem Zimmer zu schlafen.
Genau das Richtige für Kind 1, der zum Schlafen Ruhe um sich herum braucht. Also, nicht.

Bei der letzten Schulübernachtung, bei der Abschlussfeier der Viertklässler, hat er abgebrochen. Er ist wütend und tobend nach Hause gekommen und ist dann in sein Zimmer gegangen, wo er sofort eingeschlafen ist. Ihm war seine Umgebung zu laut.

Dann kam seine Geburtstagsfeier, ebenfalls Übernachtungsparty. Nach kurzer Zeit mit seinen Freunden im Wohnzimmer (dem Übernachtungsort) stand er laut brummend auf, schnappte sich seine Decke und ging in sein Zimmer. Seine Freunde waren irritiert und besorgt, ob sie irgendetwas falsch gemacht hatten. Nun, nicht für eine Übernachtungsparty, da ist Geflüster vor dem Einschlafen ja normal. Nur Kind1 ist halt nicht ganz normal 😉

Mit diesen beiden Events im Hinterkopf wuchsen meine Bedenken, ob es eine so gute Idee ist, dass Kind1 einfach da so mitfährt. Als ich ihn fragte ob er sich denn freue, dass es eine Klassenfahrt gebe, meinte er nur: „Ja, das ist gut….. aber ich übernachte da nicht!!!!“

Der Gatte brachte die Idee ins Spiel, dass er einfach mit Begleitung mitfährt, und die Begleitung kann ihn dann mit ins Zimmer nehmen. Da ist es dann ruhig und alles ist easy.
Durften wir aber nicht… Kind1 soll so normal behandelt werden wie alle anderen Kinder auch.

Ich habe der Lehrerin gesagt, dass ich Kind1 natürlich einfach zwingen kann, dort mit zu übernachten, aber dann würde sie mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einen seiner Wutanfälle, die sie in der Schule noch nie gesehen hat, miterleben. Wir könnten es natürlich darauf anlegen…. ODER ich würde ihn einfach abends, kurz vor dem Schlafengehen, abholen. Komplettes ganztägiges Begleiten ist ja tatsächlich nicht nötig, aber da, wo er eben Hilfe braucht, soll er sie bekommen.

Und so haben wir es dann auch gemacht.

Ich habe mir überlegt, dass Kind1 allerdings extrem wenig Schlaf bekommt, wenn wir erst noch 40 Minuten durch die Gegend fahren müssen, bevor er ins Bett kommt- also habe ich mir ein Zimmer im gleichen Ort genommen. So konnte ich Kind1 abholen, schnell mit ihm „heim“ fahren, und morgens konnte er bis kurz vor knapp schlafen, bevor ich ihn wecken musste. Damit war es zwar ein langer, anstrengender Tag, aber er hat definitiv genug Schlaf bekommen, was bei ihm immer die feine Linie zwischen Wutanfall und keinem Wutanfall ausmacht…

Alles hat gut geklappt, genau wie geplant, und Kind1 war „nur“ durch die vielen Wanderungen und Spiele Müde, nicht aber durch Schlafmangel. Perfekt.

Aber die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende ^^

Bei der Planung zu diesem „Event“ musste ich die Oma involvieren, denn ausgerechnet in dieser Woche war der Herr Gatte im Ausland unterwegs. Irgendjemand musste ja schließlich Kind2+3 beaufsichtigen und kutschieren.

Bei der Überlegung, wie wir das alles am Besten machen, und dass ich vielleicht im Zweifelsfall schnell zur „Rettung“ eilen kann, wenn es nötig ist, sagte meine Mutter: „Mach Du Dir doch einfach einen schönen Urlaubstag da!“ Sie würde auf die Kinder aufpassen, und ich hätte mal Pause. Juhuu, da hab ich doch mal nix gegen 😉

Mit dem Wissen, dass ich mir den ganzen Tag zum Urlauben nehmen konnte meldete ich mich auch freiwillig zum Taschentransport- die Klasse wollte mit der Bahn fahren, und damit sie flexibel sind sollten Eltern die Reisetaschen zum Übernachtungsort bringen. Somit musste ich als Freiwillige schon ganz früh an der Schule sein.

Außerdem war ich natürlich ganz früh am Zielort… viel Zeit zum herumurlauben!

Mein ursprünglicher Plan, ganz viel draußen zu spazieren und am dortigen See zu sitzen und zu lesen ist allerdings durch das Wetter zunichte gemacht worden. Nieselregen und sehr viel Wind verleideten es mir, und obwohl ich schon ganz nah am See war- nach ganz kurzer Zeit war es mir zu ekelig und ich bin wieder zum Auto geflüchtet.
Also Alternativprogramm. Viel Lesen war auch weiterhin mein Plan, nun also nicht draußen, sondern irgendwo drinnen. Ich entschied mich, erst einmal irgendwo etwas zu frühstücken. Weil es aber noch so früh war, und der Ort eher klein (keine geöffneten Möglichkeiten, irgendwo einzukehren), fuhr ich in den Nachbarort. Dort war ich schon mal und kannte mich ein bisschen aus. Also, zumindest in einer Straße, aber ich wusste, dass dort Cafés waren 😉

Ich lief dort also erst einmal ein bisschen herum und suchte mir das Café aus, das mir am vielversprechendsten erschien, setzte mich hinein und bestellte Frühstück.
Zur offensichtlichen Verwunderung der Bedienung packte ich meinen Laptop aus und belud meinen eReader mit Büchern, packte den Laptop wieder ein, und fing an zu frühstücken. Währenddessen las ich. Und las. Und las. Mein Frühstück war aufgegessen, also bestellte ich mir noch einen Kaffee. Und ich las, und las, und las… Dann eine Apfelschorle. Ich las, las, las…Dann einen Pfefferminztee. Als ich ein weiteres Weilchen gelesen habe sah ich, dass der Nieselregen (der zwischenzeitlich aiuch mal zum Platzregen geworden war) aufgehört hatte, und dass nun die Sonne schien. Nur Wind, damit konnte ich leben.

Ich zahlte und ging los. Es gibt dort eine Burg, auf der ich schon einige Male war, aber noch nie alleine- immer nur mit Kleinkindern, und ich hatte ständig Sorge, dass sie eine der zahlreichen Möglichkeiten, sich zu Tode zu stürzen, nutzen könnten… So ohne Kinder ist so eine Burg ja auch ganz schön sehenswert, und ich kletterte etwas herum- soweit der Wind es zuließ. Nach einer Weile lief ich noch etwas durch den Wald, und dann war es auch irgendwie schon Mittagszeit. Zeit, etwas essenzu gehen 😉

Ich entschied mich für das Brauhaus, was sich als als perfekte Wahl herausgestellt hat. Ich bin während des Essens vor lauter Glück ob des guten Geschmacks auf dem Sitz herum gesprungen- wow!! Tomaten-Kokos Suppe, danach Rumpsteak mit Salat und Bratkartoffeln.

Die Suppe war ein Traum, das Steak war saftig und ganz zart, aber was alles in den Schatten gestellt hat waren die Bratkartoffeln. Ist mir echt noch nie passiert, dass ich vor lauter Bratkartoffelglück beinahe vergessen hätte, mein Steak zu essen…

Auch während des Essens las ich mein Buch – frevel, ich weiß, aber so war nun mal mein Plan: Zeit haben zu lesen!

Nach dem Essen bestellte ich noch etwas zu trinken und las so lange, bis es langsam an der Zeit wurde, mein Zimmer zu beziehen. Ich fuhr also zurück in den Ort, in dem sich nun auch Kind1 aufhielt, checkte ein und schleppte meine Sachen ins Zimmer. Das erste, was ich tat, als ich die Tür hinter mir abschloss, war alle irgendwie unbequemen Klamotten von mir zu werfen und Schlabbersachen anzuziehen. Ich richtete mich ein, schnappte mir mein Buch, setzte mich ins Bett und las. Irgendwann wurde ich müde und kalt, also ging ich auf den Balkon und schaute mir die tolle Aussicht an. Drinnen, jetzt wieder wacher, nahm ich mir eine flauschige Decke, machte mir einen Tee und setzte mich wieder mit dem Buch ins Bett.

Und weiterlesen. Bis zum Abendessen!
Das gab es dann vor Ort im Restaurant, und war leider… äh… interessant. Mal was anderes.

Dann wieder ins Zimmer zurück, und lesen, lesen, lesen. Bis es Zeit wurde, Kind1 abzuholen.

Die Klasse war im Dunkeln hauptsächlich zu hören, und die wenigen Taschenlampen zeigten mir auch, wo es lang ging, aber Kind1 musste trotzdem für mich gesucht werden…

Wir fuhren ans andere Ende des Dorfes und gingen in unser Zimmer. Kind1 war so platt, dass er fast „vergessen“ hätte, sich zu waschen und Zähne zu putzen, aber das ist nun mal der Nachteil daran, wenn man mit Muttern unterwegs ist, Mutters Adlerauge entgeht nix. In der Dingsbegegnungsdingsstätte hätte er das einfach alles vergessen können. 😉

Nachdem er mir noch etwas erzählte vom Tag schlief er relativ bald ein.
Ich las in der Zeit noch etwas 😉 Bis mir- für meine Verhältnisse extrem früh- die Augen zufielen.
Dass ich dann doch nicht so gut ausgeschlafen war am nächsten Morgen lag dann aber daran, dass ich vom Abendessen im Restaurant Bauchschmerzen bekam, der Minuspunkt an allem.
Kind1 hat sich beschwert, dass er nicht schlafen konnte, weil ich ihn STÄNDIG geweckt hatte. Das stimmt zwar irgendwie, aber vielleicht habe ich ihn ständig geweckt weil er im Bett wie ein Kreisel herumgekreiselt ist, und ich immer mal wieder Zehen in der Nase, einen Kopf auf dem Bauch oder eine Hand im Gesicht hatte. Hin und wieder musste ich Kind1 davor retten, aus dem Bett zu fallen. Im Nachhinein denke ich, ich hätte ihn vielleicht einfach gezielt aus dem Bett rutschen lassen sollen, wenn er schon mal auf dem Boden liegt kann er ja nicht weit fallen…. 😉

Trotzdem war die Nacht gut, denn es gab kein Geschrei von Kind1 beim Einschlafen, weil die Decke zu hart, zu weich, zu falsch war, und das ist wirklich schon mal viel Wert!

Am nächsten Morgen brachte ich Kind1 zu seiner Klasse, und dann fuhr ich zurück um mein Frühstück aufzufrühstücken. Dabei: Mein eReader. Ich las noch eine Weile, dann ging ich zum Zimmer und packe alles ein. Kram ins Auto, auschecken, und ab nach Hause. Kind1 würde erst nachmittags von der Schule abgeholt werden müssen, deren Ausflug war schließlich noch nicht vorbei.

Mein Urlaubstag war allerdings vobei, aber ich muss sagen: Das war super!
Alles ganz entspannt und im vorgegebenen Rahmen spontan. Meine Spaziergänge sind durchs Wetter leider zu kurz ausgefallen, aber Lesen als Ersatz war ziemlich super. Ich musste nur wenig sprechen, und wenn doch, dann nur, um etwas zu bekommen, das ich gerne hätte.
Ich konnte einfach sitzen und Löcher in die Luft starren wenn ich wollte. Ich musste gar nichts tun, außer natürlich Kind1 zum vereinbarten Zeitpunkt abzuholen.

So ein Tag ist natürlich schnell um, aber es hat echt gut getan.Und so viel habe ich echt schon lange nicht mehr am Stück gelesen… Hach.

Advertisements
Urlaub oder so

Piiiiiiep

Es gibt Leute, die könnte ich quasi immer um mich herum haben. Die stören nicht, sind nicht anstrengend, sind einfach super.

Heute hatte ich allerdings Besuch von der Sorte „Sehr nett und sympathisch, aber anstrengend“.

Ich hatte sowieso schon einen Tasse-voll-Tag (weiß gar nicht warum, heute ging einfach nur so ohne ersichtlichen Grund mal so gar nix). Aber ich hatte Kind3 versprochen, dass sein Kindergartenfreund zu Besuch kommen darf. Der Kindergartenfreund ist umgezogen, und geht nun auch in einen anderen Kindergarten, und die beiden sehen sich eigentlich nicht mehr. Aber sie vermissen sich, und weil der Samstag der einzige Tag in der Woche ist, an dem er und wir gemeinsam Zeit haben, ist also ausschließlich Samstag der Trefftag.
Das wollte ich Kind3 nicht nehmen.

Der Freund mag aber nicht gerne ohne Begleitung zum Spielen kommen, und so saß ich mit seiner Mutter zusammen und wir unterhielten uns.

Und meine volle Tasse wurde immer voller, denn die Lautstärke meiner Gesprächspartnerin wurde immer größer. Außerdem kann sie, wenn sie loslegt, im Nonstopmodus reden. Ich merkte schon, wie es mich anstrengte und ich immer fahriger wurde.

Irgendwann merkte ich, dass bei mir sozusagen ein Schalter umgelegt wurde, und ich endgültig nicht mehr konnte. Meine Augen fingen schlagartig an zu tränen, meine Ohren, die die letzten Tage eh schon immer rauschen und piepsen, machten einen Höllenlärm, und ich konnte nicht mehr sitzen. Zum Glück war schon fast Abendessenzeit, so dass ich mich auf Brote schmieren konzentrieren konnte. Das war dann auch das Signal für das Ende der Spielzeit. Als die Brote geschmiert waren räumte ich mit den kleinen Jungs die Naturkatastrophe, die sich im Kinderzimmer ereignet hat (aka spielen) wieder auf, der Freund fuhr mit seiner Mama nach Hause, ich setzte die Kinder an den Abendbrottisch- und flüchtete ins Schlafzimmer.

Ruhe!

Zumindest fast.

Mittlerweile habe ich schon wieder so dermaßen lautes Rauschen und Piepsen in den Ohren, dass genau genommen nie Ruhe habe.

Jetzt sitze ich hier und überlege, wie ich diesen extremen overload heute hätte verhindern können. Ich mag die Mutter von Kind3’s Freund sehr. Sie ist unkompliziert und wirklich nett, aber eben laut, und das so ziemlich ständig.

Ich habe ihr vom Aspergersyndrom erzählt, habe es ihr erklärt, sie war sehr interessiert und wollte genauer bescheid wissen. Nach einer Weile, als das sozusagen geklärt war, ging es weiter wie immer, unkompliziert, nett, witzig, aber laut.
Trotzdem habe ich es nicht übers Herz gebracht ihr zu sagen, dass mich die Gespräche sehr anstrengen, ja sogar stressen. Ich kann sie nicht so gut einschätzen- einerseits ist sie immer locker und unkompliziert und man kann ihr sagen wenn einem etwas nicht passt, aber ich muss ihr ja quasi sagen: Du, ich mag Dich, aber ich ertrage Dich nicht lange! Ist das etwas, das man guten Gewissens jemandem sagen kann, den man nicht so gut kennt? Wir sind ja jetzt keine Busenfreundinnen…

Ach. Manno. Ich weiß doch auch nicht.

Kind3 und sein Freund waren jedenfalls sehr glücklich, heute miteinander spielen zu dürfen. Die beiden haben sich wirklich vermisst und wollten sich abends auch kaum voneinander trennen.
Bald werden die zwei nochmal miteinander spielen.

Und vielleicht habe ich ja dann einen besseren Tag, so dass ich nicht über nette Mit-Mütter meckern muss?
Ich will doch gar nicht jammern…

Piiiiiiep