Flüchtlingshilfe – Gedankenbrei, ungefiltert

Flüchtlingshilfe.

Also, DASS man was tun muss wenn man es kann sollte ja klar sein. Die Frage war für mich bisher immer nur- WAS?

Bisher ist hier im Ort eh alles nur schleppend vorangegangen, weil der alte Bürgermeister keine Bürgerbeteiligung wollte. Die Bürger haben sich aber beschwert, und jetzt ist seit kurzem ordentlich was angelaufen und man beginnt, sich zu vernetzen.
Gute Sache!

Der Gatte und ich haben uns direkt auf die Helferliste setzen lassen.

Alles soweit gut, und ich bin auch wirklich froh, dass jetzt etwas passiert.

Aber.

In meinem Kopf kreiselt es. Was KANN ich überhaupt tun? Welche Möglichkeiten gibt es? Ich kann direkt helfen, den Leuten. Patenschaften werden vergeben. Gespräche. Kontakt.

Das ist alles so wichtig, aber kann ICH das wirklich? Ich hab ja so schon Probleme mit Leuten, die ich nicht kenne, wie ist es dann erst, wenn die Leute und ich nicht mal die selbe Sprache sprechen? Irgendwie traue ich mir das nicht zu.

Nächste Woche ist „Asylkreis“ in der evangelischen Gemeinde, was anscheinend bedeutet, dass sich Flüchtlingsfamilien mit Ortsansässigen treffen. Kinder ausdrücklich willkommen. Auch das finde ich eine tolle Sache, grade für die Kinder. Zum Spielen braucht man nicht unbedingt die gleiche Sprache sprechen.

Aber: Laut, viele Leute, fremde Leute. Total die Umgebung, die meine Kinder und ich genießen- nicht. Wobei, Kind 3 würde vermutlich irgendwo im Getümmel stecken und spielen, der stürzt sich immer mitten rein. Aber Kind1? Und Kind2, die mir extrem ähnlich ist, braucht immer lange um in fremder Umgenung überhaupt sprechen zu können. Urgs.
Abgesehen davon hat der Große mittendrin einen Termin, zu dem ich hin muss.

Ich bin immer noch hin und her gerissen ob ich das jetzt mache oder nicht. Wird vermutlich spontan am Donnerstag entschieden. Und zwischendrin muss ich halt mal weg, zum Termin,das kommt mir ja sowieso immer sehr gelegen als Ausrede 😉

Was ich kann: In der Kleiderbörse Kleidung sortieren.
Allerdings habe ich nicht ganz damit gerechnet, dass die Helfer sich gegeneinader ausstechen müssen. „Ich helfe schon sooooooooo lange, und Du erst so (weniger) lange“, „Also, wir machen das hier immer so, da musst Du Dich dran halten!“, außerdem müssen Meinungsverschiedenheuten so ausgetragen werden, dass derjenige gewinnt, der seine Meinung am lautesten sagt und am häufigsten immer wiederholt. Ganz schön krass…

Egal. Ich habe einfach nichts gesagt (weil ja neue Leute… ) und habe sie sich gegenseitig annickeln lassen. Und Kleidung sortiert. Denn das kann ich, sogar sehr gut. Morgen gehe ich wieder hin.
Auch, wenn das Sortieren am Freitag einen fetten Overload mit sich gebracht hat, der in einer Migräne endete, das beliebsteste Not-Aus meines Körpers…

Und jetzt muss ich mal sehen wie ich weiter machen kann. Denn etwas tun, das finde ich wichtig. Aber was es dann am Ende wird, das sehen wir dann noch.

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Flüchtlingshilfe – Gedankenbrei, ungefiltert

2 Gedanken zu “Flüchtlingshilfe – Gedankenbrei, ungefiltert

  1. Holger schreibt:

    Ich finde sehr gut, dass Du trotzdem was tust. Und auch dass das bei euch so unkompliziert abläuft. Da wo ich wohne, in einer großen Stadt, werden Flüchtlinge sehr gut bewacht. Man darf erst mit denen reden oder bei sonst was mitmachen, wenn Mann 63 Qualifikationen vorweisen kann. Das finde ich sehr schade. Aber vielleicht ist es ja auch nur ein Filter, um zu viel übermütige Leute abzuhalten.

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    1. Bei uns im Nachbarort wollen viele helfen… die helfen dann dadurch, dass sie den armen, armen, armen Leuten Sachen bringen, auch Möbel… ohne zu fragen ob die benötigt werden. Die verwirrten Empfänger verstehen meist gar nicht warum sie das jetzt haben müssen (wenn sie es in WIrklichkeit nämlich nicht brauchen), und wenn es im Weg steht muss es irgendwo gelagert werden. Oft draußen an der Straße.
      Und dann kommen Beschwerden von den besorgen Bürgern, die es schon immer gewusst haben, diese Ausländer machen nur Dreck!!!!

      … von daher ist es gut, wenn grade in einer großen Stadt gesiebt wird, wer helfen darf…
      Allerdings verbauen die sich damit natürlich auch Hilfe… aber keine Ahnung, mit der großen Stadt kenne ich mich ja auch nicht aus.

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