Bullying

Ein englisches Wort, dass so langsam auch im deutschen Sprachgebrauch Einzug hält und ja im Grunde hänseln und quälen bedeutet. Also immer auf die Schwachen.

Asperger sind Aufgrund ihrer oft sehr eigenen Art gerne mal das empfangende Ende. Das ist so sehr ein Problem, dass Tony Attwood in seinem Buch „Ein Leben mit dem Aspergersyndrom“ schon sehr weit vorne in einem eigenen Kapitel darauf eingeht.

Die letzten Wochen kam Kind1 oft sehr gereizt nach Hause und schimpfte über den „nervenden“ Nachbarsjungen und seinen gerinfügig weniger nervenden größeren Bruder. Die würden nämlich ständig Lügen über unsere Familie erzählen, außerdem würden sie ihn Baby nennen, und ihn damit aufziehen, dass er „wie ein Mädchen“ rennt. Lauter Sticheleien, die ihm so langsam aber Sicher zu viel wurden.
Wir sprachen häufiger darüber, und suchten nach Lösungen.
Er sollte klar und deutlich sagen: Lass mich in Ruhe! und Ich setze mich woanders hin weil ich nicht mit Dir reden möchte!

Aber die Jungs wollten mit ihm/über ihn reden, setzten sich zu ihm, und piesackten weiter. Keine klare Ansage half.

Gestern kam Kind1 weinend zu Hause an, weil er nicht mehr wußte was er noch tun kann- er wurde immer weiter und weiter geärgert. Dann bekam er einen Wutanfall in dem er wieder alles kaputt hauen wollte und gegen Stühle und Tische trat.
Ich schaffte es nach einiger Zeit ihn zu beruhigen. Wir sprachen wieder darüber, und wir einigten uns darüber, dass ich den Eltern bescheid sagen sollte. Aber bloß nicht sofort, Kind1 wollte weit weg sein, und die Nachbarsjungs sollten es erst mal nicht mit anhören.

Also war heute Morgen, nachdem alle Kinder ausgeflogen sind, ein guter Zeitpunkt.
Ich lud die Mutter auf eine Tasse Kaffee ein, mit der Ansage, dass wir mal über unsere Söhne sprechen müssten.

Sie kam herüber, und ich erzählte ihr, was hier so grade abläuft. Noch während ich erzählte sah ich, dass sie wirklich erschrocken und empört darüber war, was ihr Jüngster (und der große Bruder in Teilen) da so von sich gegeben hatte. Gewundert hat es sie aber nicht, weil der junge Herr sich im Moment so einige Dinge leistet- Puberty at its best.

Ich habe eine Weile überlegt ob ich es nun sagen soll oder nicht, habe mich aber dann doch entschieden, ihr von Sohns Aspergersyndrom zu erzählen. Ich habe ihr die ausgedruckte bebilderte Geschichte mitgegeben, die sie ihren Jungs geben kann.
Sie versprach, sich die beiden direkt nach der Schule vorzuknöpfen. Die Jungs sollen sich spätestens morgen in der Bahn entschuldigen, sollen sich aussprechen, und wenn noch mal etwas vorfällt, dann sollen wir sofort bescheid geben.

Ich bin schon mal positiv gestimmt dass ab jetzt alles besser wird mit den dreien- ein bisschen Optimismus schadet schließlich nicht- und bin schon sehr gespannt auf die Aussprache 😉 (Vor allem weil Kind1 so gut ist im SichAussprechen. Plappern kann er prima, ohne Punkt und Komma, aber „aussprechen“… naja. Abwarten ^^)

Und dann sehen wir mal wie es so weiter geht.
Kind1 ist glücklicherweise absolut nicht nachtragend, und wenn sich die Herren Nachbarn jetzt am Riemen reißen, dann kann es auch für Kind1 wieder gut werden.

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4 Gedanken zu “Bullying

    1. Im Buch von Attwood steht, dass das Wort „Mobbing“ hauptsächlich auf den Arbeitsplatz und nicht auf die Schule bezogen ist. Keine Ahnung ob das tatsächlich so ist, muss mal Lehrer fragen . Im Moment referiere ich ja nur aus Literatur 😉

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