Urgs.

Die Sache mit der Autismustherapie für Kind1 ist offenbar komplizierter als man so denkt. Er hat seine Diagnose ja jetzt schon etwa ein dreiviertel Jahr, trotzdem geht das mit der Therapie nur seeeeehr schleppend.

Fing ja schon gut an,“damals“, dass ich das falsche Jugendamt angeschrieben habe- dass es in der gleichen Stadt zwei verschiedene Jugendämter gibt muss man ja erst mal wissen 😉

Wir sind dann aber an eine wunderbare Sachbearbeiterin gekommen, mit der ich ein gutes Gespräch hatte.

Wir vereinbarten, dass ich mich für eines der beiden Autismustherapiezentren entscheiden sollte und mich dann per eMail melden würde. Machte ich auch, und war stolz auf mich, wie gut ich diese Ämtersache hinbekomme. Etwas, was ich ja eigentlich nicht wirklich gut kann.

Was dann aber nicht mehr so klappte war, als die Antwortmail der Sachbearbeiterin irgendwie nicht bei mir ankam. Ob ich sie versehentlich gelöscht hatte oder ob sie im Spamverdachtsordner untergegangen ist, ich weiß es nicht, und das ist auch müßig- ich habe sie nicht gesehen. Während ich also darauf wartete, dass das mit der Therapie ihren amtlichen Weg ging, wartete die Sachbearbeiterin auf eine Antwort von mir. Über mehrere Wochen, und auch über einen Jahreswechsel.

Dann rief die Sachbearbeiterin bei mir an und fragte nach. Und ich wusste von nichts, war der Ansicht, alles war schon prima und unterwegs.

Ich sollte noch mal explizit sagen, wie die Entscheidung lautete, damit das in die Wege geleitet werden kann, und dann sollte ich mit dem gewählten ATZ telefonieren. Was ich ja nun nicht getan hatte.

Ich versuchte dann dort anzurufen, im ATZ der Wahl. Die Telefonsprechzeiten sind aber für mich zu wirklich ungünstiger Zeit, das schaffte ich nicht, außerdem ist die Sprechstunde tatsächlich nur eine Stunde lang. Einmal in der Woche. Nein, kein Druck, garnicht.

Dann hatten wir kein Internet und kein Telefon- und solche wichtigen Sachen „kann“ ich nicht vom Handy  oder von jemand anderem zu Hause aus machen. Telefonieren ist nicht meine Stärke… Ich brauche meine sichere Umgebung, und meinen Plan was ich sagen muss/möchte, und RUHE.

Als wir wieder Telefon und Internet hatten und abzusehen war, dass ich diese Telefonsprechstunde NIEMALS schaffen würde, schrieb ich eine Mail mit der Frage, ob sich alles vielleicht auf diesem Weg besprechen ließe. Kann ich eh besser 😉 Wenn es aber nicht möglich sei, das per Mail zu besprechen, vielleicht wäre es ja möglich, einen Telefontermin zu vereinbaren, der vormittags ist!

Keine Antwort… ich wartete, und wartete… bis gestern. Endlich war die Mail da. Dort stand drin, dass wir gerne einen Telefontermin vereinbaren könnten, entweder heute Morgen oder morgen früh.

Ich bereitete mich also vor. Schrieb mir eine Liste, denn Listen sind toll 😉 Ich schrieb alles auf, was mir wichtig ist und was ich nicht möchte. Ich überlegte mir meine Worte genau, ich schrieb mir sogar meine eigene Telefonnummer auf, falls ich den Anrufbeantworter dran haben würde, auf den ich dann meine Nummer sprechen sollte, wenn grade niemand abhebt- ich komme immer durcheinander mit Zahlen, egal wie gut ich sie kenne, in meinem Kopf fallen die einfach hin und her.

Meine Liste war schließlich eine ganze DinA4 Seite lang, und es war etwas gutes, an dem ich mich festhalten konnte!

Ich rief an.

Immerhin, es ging jemand dran, und ich musste nicht meine Telefonnummer auf Band sprechen!

Ich sagte meinen Namen, dass wir uns per eMail ausgetauscht hatten und mein Sohn dorthin zur Therapie soll.

Der Herr am anderen Ende wusste sofort worum es ging, sagte „Ja, die Mail!“  und dann erst mal nichts mehr. Ich stammelte etwas davon, dass die Sachbearbeiterin im Jugendamt gesagt hat, ich solle mich jetzt bei ihm melden deswegen, in der Erwartung, dass jetzt die wichtigen Dinge kämen, die per eMail nicht zu klären seien. Seine Antwort war: „Ja, Frau Jugendamt hat alles angeleiert, Kind1 steht auf der Warteliste.“

Stille.

Ich hasse das ja. NICHTS auf meiner Liste passte zu dieser Situation, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Erstmal fragte ich stammelnd: „Wie lange wird er denn warten müssen?“ Das wisse man nicht, aber bestimmt noch einige Zeit.

Stille.

Ja, verdammt noch mal, was soll denn dieses Telefonat, wenn er nix sagt?  Ich sagte vorsichtshalber noch mal, dass wir dieses ATZ ausgesucht hatten, weil es fußläufig zur Schule von Kind1 liegt.

Stille.

„Gibt es denn noch etwas wichtiges, das ich beachten muss, etwas, das wir machen müssen?“ fragte ich, etwas verzweifelt. Immerhin, er redete: „Nein, Sie haben alles gemacht, sie können jetzt nur noch warten bis Kind1 den Platz bekommt“

Daraufhin beendete ich das Telefonat, höflich, aber unsicher und verwirrt.

Alles, was ich aufgeschrieben habe, war zu nix nütze. Alles, was Herr ATZ gesagt hat  wusste ich schon. Alles, was ich gesagt habe, habe ich bereits in der eMail geschrieben. Wozu war das jetzt gut? Dafür habe ich über Wochen Stress gehabt? Jeden Donnerstag Mittag auf die Uhr geguckt- Mist, JETZT ist Sprechstunde, und ich bin unterwegs.

Ich muss ja sagen, dass mir das nicht grade ein gutes Gefühl macht. Wird die Kommunikation jetzt immer so schleppend laufen? Ist Kind1 dann überhaupt an der richtigen Stelle? Wird der Therapeut wenigstens auf Kind1 eingehen?

Ich habe der Sachbearbeiterin des Jugendamtes direkt eine eMail geschrieben (sie erreicht man damit sehr gut und sie antwortet prompt, ausführlich und mit Sinn und Inhalt. Oder ruft an 😉 ) und ihr von meinem schlechten Gefühl erzählt. Die Nachbarin hat mir auch noch ein paar Ideen gegeben, und jetzt müssen wir mal sehen. Ist jedenfalls noch nicht ganz zuende, das Thema.

Ist auf der Warteliste, sozusagen…

 

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