Wenn ich ein Vöglein wär‘

…dann würde ich vermutlich nur etwas öfter mit den Flügeln flattern als ich es jetzt mache. Okay, und ich hätte Federn…

Irgendwie war es mir jetzt ein Bedürfnis, über das Händeflattern zu schreiben. Ich flattere und Kinder 1 und 2 flattern. Und es ist super 😉

Das, was von außen seltsam aussieht, unnormal, auffällig, seltsam, das ist zumindest für mich wirklich gut. Ich muss mal die Kinder befragen, wie es ihnen damit geht, aber ich glaube, die beiden denken gar nicht darüber nach und machen einfach.

Aber vielleicht mal von Anfang an. WARUM flattere ich mit den Händen?

Es hilft mir, innere Spannung abzubauen. Wenn ich mich fühle wie eine geschüttelte Sprudelflasche, dann ist es das Ventil, dass den Druck ablässt. Es ist ein richtig gutes Gefühl und danach bin ich etwas entspannter.

Wann flattere ich überhaupt?

Wenn ich viel um die Ohren habe. Es muss auch nichts dramatisch schlimmes sein, heute war es zum Beispiel so, dass ich noch eine halbe Stunde hatte um Dinge zu erledigen, bevor ich zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein musste. Der Druck, fertig zu werden und pünktlich zu sein hat mich innerlich angespannt und ich habe geflattert.

Ich flattere selten „richtig“ in der Öffentlichkeit, da schüttele ich nur meine Arme aus oder kneife mir selber in die Hände. Das sieht bestimmt auch nicht immer sehr „normal“ aus, aber es ist besser als mein Gefuchtel.

Am liebsten flattere ich zu Hause wenn ich alleine bin oder die Kinder da sind- vor den Kindern ist mir das nicht peinlich, die wissen dass sie ne schräge Mutter haben 😉 Vor dem Gatten flattere ich etwas weniger exzessiv, keine Ahnung warum 😉

Aber eigentlich flattere ich ständig herum wenn keiner zuschaut.

Ich habe das Flattern eigentlich erst in den letzten Jahren „für mich entdeckt“, weil ich mir vorher durch den Drang, normal zu wirken, angewöhnt hatte, die Arme feste an mich zu pressen und an den Fingernägeln und der Nagelhaut zu knibbeln. Bloß nicht flattern und und seltsam dabei aussehen! Aber: Flattern ist DEUTLICH besser für meine Finger als Nagelhaut zerreißen;-)

Und wie kann man sich das jetzt vorstellen?

Ich beobachte mich ja im Moment selber. Meine Flatterei hat sich in den letzten Monaten, in denen ich sie mir explizit erlaubt habe, immer verändert.

Wenn ich mich gefreut habe, bin ich immer schon herumgehüpft und habe mit den Flügeln geschlagen, quasi. Genau das machen Kinder 1 und 2 auch. Aber für mich ist das irgendwie nicht ausreichend. Klar, bei Freude schon, aber für die normalen kleinen aufgeregten Situationen fühlte es sich nicht richtig an. Also habe ich unbewußt damit angefangen, mir eine herunterhängende Hand auszuschütteln, meist die linke, damit die rechte noch etwas tun kann. Das fühlte sich gut an. Den Stress, auch ganz kleinen, einfach abschütteln.

Mit der Zeit hat meine Hand sich dann ohne mein bewusstes Zutun immer weiter hochgehoben beim Schütteln, und ich habe die Hand leicht nach vorne gehalten beim Schütteln.

Irgendwann wollte die Hand dann den Daumen und den kleinen Finger ausstrecken und sich etwa auf der Höhe meines Ohres schütteln.

Ich schreibe „meine Hand wollte“, weil ich das tatsächlich nicht entschieden habe, es so zu machen. Einfach die Tatsache, dass ich mir jetzt erlaubt habe, mit den Händen „unnormale“ Sachen zu machen hat das Ganze verselbständigt.

Und es tut gut!

An einem normalen Tag kann ich den ganzen Reizen und dem Stress ja nicht entkommen. Ich muss zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein, und in der Zwischenzeit Dinge erledigen. Also so ganz normaler Alltagskram. Aber jetzt, wenn ich denke „Uuuuh, ich muss noch dieses und jenes machen bevor ich los muss!“, dann fange ich an herumzufuchteln, und es wird etwas erträglicher.

Es nimmt natürlich nicht alles weg, und es ist keine Zauberbewegung, die magisch alles gut macht.

Außerdem: So lange ich flattern kann damit es mir besser geht ist alles in Ordnung. Wenn ich nicht mehr flattern kann, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Shutdown näher rückt… und dann hilft eh nur noch Ruhe und Decke über den Kopf. Aber das ist eine andere Geschiche 😉

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