Urlaub

Uppsi, lang nix mehr geschrieben^^ Dabei gäbe es viel zu erzählen. Fang ich doch einfach mal hinten an, beim Aktuellen 😉

Sommerferien und Urlaub!

Seit einer knappen Woche sind wir aus unserem Urlaub zurück, wir waren 2 Wochen lang alle zusammen mit der Oma an der See. Wir hatten ein Ferienhäuschen mit Garten und Luxusausstattung in der Nähe des Strandes.

Unsere Unternehmungen haben wir alle autistenfreundlich gehalten- nicht zu viel Action, nach aufregenden, anstrengenden Tagen gab es Ruhetage, wir haben außerdem nicht zwangsläufig alle alles zusammen gemacht sondern uns aufgeteilt. Das hat alles wirklich sehr gut geklappt, und so hat jeder etwas davon gehabt.

Kind1 war recht entspannt, weil er auch viel am Handy daddelnd durfte (wir haben uns aber als Ausgleich auch viel bewegt), er hatte nur 2x unterwegs einen Meltdown, den wir relativ schnell beenden konnten, indem ich mich mit ihm vom Trupp entfernt habe und mit ihm über sein Spezialinteresse gesprochen habe.

Kind2 hat sich auch oft zurückgezogen, wenn ihr alles zu viel wurde. Ihre Meltdowns kommen mittlerweile seltener in der Öffentlichkeit, sondern eher nachmittags zu Hause oder abends vor dem Schlafengehen.  Da hilft es dann, wenn man sich dazu legt und „kuschelt“- wenn man eine Hand auf sie legt, alles andere ist zu nah, tut weh, ist zu heiß, beengt sie. Sie hat sich auch gerne von Oma beruhigen lassen.

Die Kinder hatten Spaß, wir haben tolle Dinge unternommen, es war ein toller, toller Urlaub- und trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist.

Im Urlaub ist alles anders, das weiß man ja. Routinen, die Umgebung, die Nahrungsmittel, alles anders.

Klar kriegt man das irgendwie hin, wenn man sich darauf einstellt. Und es ist ja auch spannend, was in einem anderen Land anders ist als zu Hause. Wir haben viele spannende Dinge gelernt, sogar eine fremde Sprache- zumindest einzelne Worte 😉

Man muss sich eine eigene „Urlaubsroutine“ aufbauen, das hilft. Aber es hilft nicht, mir die innere Anspannung komplett wegzunehmen.

Immer kreisen die Gedanken. Wird alles klappen? Der Plan für morgen, was kann man tun wenn plötzlich ein Meltdown droht? Wird es ein schlimmer Meltdown sein? Ich kann nicht mal eben sagen, dass wir dann halt schon mal nach Hause gehen um zur Ruhe zu kommen- oft mussten wir alle zusammen ja auch noch ein ganzes Stück im Auto zurück fahren. Und jeder muss es irgendwie aushalten.

Wie gesagt- es hat eigentlich hervorragend geklappt. Aber jeden Tag aufs neue war ich innerlich angespannt ob es gehen wird oder nicht. Nachdem uns vor einiger Zeit bei einem Meltdown von Kind2 mitten in der Stadt schon mal gesagt wurde, dass man da doch besser mal wegen Kindesmisshandlung die Polizei rufen solle bin ich etwas empfindlich. Versteht ja keiner so richtig was grade abgeht. Das im Hinterkopf macht es nicht grade entspannt.

Dann bin ich selber durch die Anspannung ja sehr reizempfindlich. Dazu Kinderstimmen, die durcheinander reden, Umgebung würdigen, Hunger- und Durstlage der Kinder im Auge behalten… Ich funktioniere, denn ich habe ja auch Hife dabei.

Aber dann selber daran denken, genug zu trinken (essen geht meistens etwas besser als trinken), vor allem, weil ich nicht das RICHTIGE zu trinken dabei hatte. (Ich habe zu Hause eine Sorte Apfelsaft, die ich mit heißem Wasser verdünne, davon trinke ich in meiner normalen Tagesroutine etwa 2 Liter. Entfällt die Routine und habe ich nicht den RICHTIGEN Apfelsaft, dann trinke ich nicht genug, weil ich kein Durstgefühl habe)

Selber zur Ruhe kommen ist für mich dann auch schwer. Wenn ich sehe dass jemand etwas tut- Wäsche waschen, falten, aufräumen, kochen- dann „muss“ ich mitmachen. Ich schaffe es nicht, dann zu sagen- ich gönne mir jetzt eine Pause. An einem Urlaubstag hatte ich komplett frei- Gatte mit den Söhnen unterwegs, Oma mit der Tochter. Mein Plan war es, kurz aufzuräumen (Spülmaschine), dann lesen, lesen, lesen, duschen und ab in den Whirlpool.

Bin ich endlich soweit war, dass ich mich ans Lesen begeben konnte vergingen erst mal 1,5 Stunden, weil ich es nicht geschafft habe zur Ruhe zu kommen. Ich bin mehrere Male im Kreis gelaufen- wortwörtlich- weil ich alles gleichzeitig machen wollte. Kaffee kochen, Spülmaschine räumen, Leseplatz vorbereiten, achja, aufs Klo muss ich noch mal eben! Bis ich meinen Plan hatte (Klo, Kaffee anmachen, Spülmaschine räumen, Kaffee einschütten und Milch dazu, Kissen, Tasse und E-Reader schnappen und raus auf die Terrasse) bin ich von der Kaffeemaschine in Richtung Klo gerannt, aber vorher zur Spülmaschine abgebogen, weil die muss ja auch noch fertig gemacht werden, aber dann noch zur Kaffeemaschine, weil vielleicht doch zuerst Kaffee machen? Achnee, ich muss ja aufs Klo… aber das kann ich ja gleich noch wenn ich die Spülmaschine fertig habe…

Als ich endlich mit meinem Kaffee und dem Buch auf der Veranda saß konnte ich mich erst nicht auf die Buchstaben konzentrieren, sondern musste noch einige Male aufspringen und mich wieder hinsetzen, bis die innere Unruhe weg war. Ich musste mich überzeugen, dass alles RICHTIG war, bevor ich lesen konnte.

Und dann habe ich gelesen, und das war super.

AAAABER ich wollte ja noch duschen bevor alle zu Hause waren, also habe ich ständig auf die Uhr geschaut wie lange ich wohl noch Zeit habe, um noch in Ruhe lesen und dann duschen zu können….

„Und, konntest Du Dich gut entspannen, während wir alle weg waren?“ fragte der Gatte.

Eigentlich lautet die Antwort: Nein. Ich kann nicht entspannen, wenn ich nicht zu Hause in meiner Routine bin. Ja, ich hatte eine schöne Zeit und es durchaus genossen, etwas für mich zu machen. Aber entspannt habe ich mich kein bisschen.

Dann die Fahrten. Die Hinfahrt von 14 Stunden hatte schon perfekt geklappt, auch wenn wir uns natürlich ziemlich in den Hintern gebissen haben, weil wir so lange am Stück gefahren sind. Die Kinder haben in den ersten 10 Minuten 20x gefragt wann wir da sind, danach war es dann ruhig 😉

Die Rückfahrt haben wir dann aufgeteilt, mit Übernachtung auf halber Strecke. Gut, aber wieder eine Anspannung für mich- wir hatten schon mal Jugendherbergsübernachtungen mit stundenlang schreiendem Kind1 (weil die Decke nicht richtig war). Wird es diesmal gut gehen, vor allem weil wir mit 6 Leuten auf einem Zimmer sein würden…?

Und, wie das meiste in dem Urlaub- es hat geklappt. Sogar sehr gut.

Aber argh. Alleine der Gedanke, dass wir in einer Jugendherberge zwischenstoppen hat mich aufgewühlt.

Ich war einfach nur froh, wieder zu Hause zu sein.

Urlaubsfazit ist im Grunde genommen, dass alles super war. Haus super, Umgebung super, Kinder super.

Trotzdem bin ich ausgelaugt. Meine Ohren piepsen wieder, was ein sehr schlechtes Zeichen ist- Piepsen ist immer der Anfang eines Shutdowns, der sich ganz langsam ankündigt. Der Gatte hält grade alles so gut es geht von mir weg, aber trotzdem wird es immer schlimmer. Heute war dann plötzlich alles so schlimm, dass ich Ohrstöpsel, Mickeymausohren, Sonnenbrille und Kappe tragen musste. Abends. Im Haus. Gut, dass man sich per Textnachrichten unterhalten kann, so wusste der Gatte wenigstens was los ist.

Gucken wir mal, wie es weiter geht- aber ich habe schon prophezeit: Gut wird es erst wieder, wenn die Routine da ist… das dauert jetzt noch etwas…

 

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