Urlaub

Uppsi, lang nix mehr geschrieben^^ Dabei gäbe es viel zu erzählen. Fang ich doch einfach mal hinten an, beim Aktuellen 😉

Sommerferien und Urlaub!

Seit einer knappen Woche sind wir aus unserem Urlaub zurück, wir waren 2 Wochen lang alle zusammen mit der Oma an der See. Wir hatten ein Ferienhäuschen mit Garten und Luxusausstattung in der Nähe des Strandes.

Unsere Unternehmungen haben wir alle autistenfreundlich gehalten- nicht zu viel Action, nach aufregenden, anstrengenden Tagen gab es Ruhetage, wir haben außerdem nicht zwangsläufig alle alles zusammen gemacht sondern uns aufgeteilt. Das hat alles wirklich sehr gut geklappt, und so hat jeder etwas davon gehabt.

Kind1 war recht entspannt, weil er auch viel am Handy daddelnd durfte (wir haben uns aber als Ausgleich auch viel bewegt), er hatte nur 2x unterwegs einen Meltdown, den wir relativ schnell beenden konnten, indem ich mich mit ihm vom Trupp entfernt habe und mit ihm über sein Spezialinteresse gesprochen habe.

Kind2 hat sich auch oft zurückgezogen, wenn ihr alles zu viel wurde. Ihre Meltdowns kommen mittlerweile seltener in der Öffentlichkeit, sondern eher nachmittags zu Hause oder abends vor dem Schlafengehen.  Da hilft es dann, wenn man sich dazu legt und „kuschelt“- wenn man eine Hand auf sie legt, alles andere ist zu nah, tut weh, ist zu heiß, beengt sie. Sie hat sich auch gerne von Oma beruhigen lassen.

Die Kinder hatten Spaß, wir haben tolle Dinge unternommen, es war ein toller, toller Urlaub- und trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist.

Im Urlaub ist alles anders, das weiß man ja. Routinen, die Umgebung, die Nahrungsmittel, alles anders.

Klar kriegt man das irgendwie hin, wenn man sich darauf einstellt. Und es ist ja auch spannend, was in einem anderen Land anders ist als zu Hause. Wir haben viele spannende Dinge gelernt, sogar eine fremde Sprache- zumindest einzelne Worte 😉

Man muss sich eine eigene „Urlaubsroutine“ aufbauen, das hilft. Aber es hilft nicht, mir die innere Anspannung komplett wegzunehmen.

Immer kreisen die Gedanken. Wird alles klappen? Der Plan für morgen, was kann man tun wenn plötzlich ein Meltdown droht? Wird es ein schlimmer Meltdown sein? Ich kann nicht mal eben sagen, dass wir dann halt schon mal nach Hause gehen um zur Ruhe zu kommen- oft mussten wir alle zusammen ja auch noch ein ganzes Stück im Auto zurück fahren. Und jeder muss es irgendwie aushalten.

Wie gesagt- es hat eigentlich hervorragend geklappt. Aber jeden Tag aufs neue war ich innerlich angespannt ob es gehen wird oder nicht. Nachdem uns vor einiger Zeit bei einem Meltdown von Kind2 mitten in der Stadt schon mal gesagt wurde, dass man da doch besser mal wegen Kindesmisshandlung die Polizei rufen solle bin ich etwas empfindlich. Versteht ja keiner so richtig was grade abgeht. Das im Hinterkopf macht es nicht grade entspannt.

Dann bin ich selber durch die Anspannung ja sehr reizempfindlich. Dazu Kinderstimmen, die durcheinander reden, Umgebung würdigen, Hunger- und Durstlage der Kinder im Auge behalten… Ich funktioniere, denn ich habe ja auch Hife dabei.

Aber dann selber daran denken, genug zu trinken (essen geht meistens etwas besser als trinken), vor allem, weil ich nicht das RICHTIGE zu trinken dabei hatte. (Ich habe zu Hause eine Sorte Apfelsaft, die ich mit heißem Wasser verdünne, davon trinke ich in meiner normalen Tagesroutine etwa 2 Liter. Entfällt die Routine und habe ich nicht den RICHTIGEN Apfelsaft, dann trinke ich nicht genug, weil ich kein Durstgefühl habe)

Selber zur Ruhe kommen ist für mich dann auch schwer. Wenn ich sehe dass jemand etwas tut- Wäsche waschen, falten, aufräumen, kochen- dann „muss“ ich mitmachen. Ich schaffe es nicht, dann zu sagen- ich gönne mir jetzt eine Pause. An einem Urlaubstag hatte ich komplett frei- Gatte mit den Söhnen unterwegs, Oma mit der Tochter. Mein Plan war es, kurz aufzuräumen (Spülmaschine), dann lesen, lesen, lesen, duschen und ab in den Whirlpool.

Bin ich endlich soweit war, dass ich mich ans Lesen begeben konnte vergingen erst mal 1,5 Stunden, weil ich es nicht geschafft habe zur Ruhe zu kommen. Ich bin mehrere Male im Kreis gelaufen- wortwörtlich- weil ich alles gleichzeitig machen wollte. Kaffee kochen, Spülmaschine räumen, Leseplatz vorbereiten, achja, aufs Klo muss ich noch mal eben! Bis ich meinen Plan hatte (Klo, Kaffee anmachen, Spülmaschine räumen, Kaffee einschütten und Milch dazu, Kissen, Tasse und E-Reader schnappen und raus auf die Terrasse) bin ich von der Kaffeemaschine in Richtung Klo gerannt, aber vorher zur Spülmaschine abgebogen, weil die muss ja auch noch fertig gemacht werden, aber dann noch zur Kaffeemaschine, weil vielleicht doch zuerst Kaffee machen? Achnee, ich muss ja aufs Klo… aber das kann ich ja gleich noch wenn ich die Spülmaschine fertig habe…

Als ich endlich mit meinem Kaffee und dem Buch auf der Veranda saß konnte ich mich erst nicht auf die Buchstaben konzentrieren, sondern musste noch einige Male aufspringen und mich wieder hinsetzen, bis die innere Unruhe weg war. Ich musste mich überzeugen, dass alles RICHTIG war, bevor ich lesen konnte.

Und dann habe ich gelesen, und das war super.

AAAABER ich wollte ja noch duschen bevor alle zu Hause waren, also habe ich ständig auf die Uhr geschaut wie lange ich wohl noch Zeit habe, um noch in Ruhe lesen und dann duschen zu können….

„Und, konntest Du Dich gut entspannen, während wir alle weg waren?“ fragte der Gatte.

Eigentlich lautet die Antwort: Nein. Ich kann nicht entspannen, wenn ich nicht zu Hause in meiner Routine bin. Ja, ich hatte eine schöne Zeit und es durchaus genossen, etwas für mich zu machen. Aber entspannt habe ich mich kein bisschen.

Dann die Fahrten. Die Hinfahrt von 14 Stunden hatte schon perfekt geklappt, auch wenn wir uns natürlich ziemlich in den Hintern gebissen haben, weil wir so lange am Stück gefahren sind. Die Kinder haben in den ersten 10 Minuten 20x gefragt wann wir da sind, danach war es dann ruhig 😉

Die Rückfahrt haben wir dann aufgeteilt, mit Übernachtung auf halber Strecke. Gut, aber wieder eine Anspannung für mich- wir hatten schon mal Jugendherbergsübernachtungen mit stundenlang schreiendem Kind1 (weil die Decke nicht richtig war). Wird es diesmal gut gehen, vor allem weil wir mit 6 Leuten auf einem Zimmer sein würden…?

Und, wie das meiste in dem Urlaub- es hat geklappt. Sogar sehr gut.

Aber argh. Alleine der Gedanke, dass wir in einer Jugendherberge zwischenstoppen hat mich aufgewühlt.

Ich war einfach nur froh, wieder zu Hause zu sein.

Urlaubsfazit ist im Grunde genommen, dass alles super war. Haus super, Umgebung super, Kinder super.

Trotzdem bin ich ausgelaugt. Meine Ohren piepsen wieder, was ein sehr schlechtes Zeichen ist- Piepsen ist immer der Anfang eines Shutdowns, der sich ganz langsam ankündigt. Der Gatte hält grade alles so gut es geht von mir weg, aber trotzdem wird es immer schlimmer. Heute war dann plötzlich alles so schlimm, dass ich Ohrstöpsel, Mickeymausohren, Sonnenbrille und Kappe tragen musste. Abends. Im Haus. Gut, dass man sich per Textnachrichten unterhalten kann, so wusste der Gatte wenigstens was los ist.

Gucken wir mal, wie es weiter geht- aber ich habe schon prophezeit: Gut wird es erst wieder, wenn die Routine da ist… das dauert jetzt noch etwas…

 

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Fliegendes Babyvögelchen

Passend zu den letzten beiden Posts über das Flattern gab es heute eine lustige Situation, die ich noch kurz erzählen möchte 🙂

Ich musste Kind1 von der Schule abholen, damit wir noch IRGENDWIE rechtzeitig zum Amt fahren konnten (Kind1 braucht einen Ausweis, und das Amt hat offenbar exakt den gleichen Stundenplan wie Kind1, denn es ist nie geöffnet, wenn er mal KEINE Schule hat…).

Ich wartete im Auto vor der Schule, die Eingangstür im Blick. Ich konnte nur schwarze Schemen sehen, die aus dem Gebäude kamen, erst wenn sie ein Stück gegangen waren konnte ich mehr erkennen. Aber Kind1 war nicht dabei.

Schüler und Schülerinnen kamen heraus, erst mehrere, dann tröpfelte es eher, und es kamen immer vereinzelt welche raus. Alle gingen ganz normal mit ihren Ranzen auf dem Rücken ihres Weges, die einen etwas schneller, manche langsamer, wie man das so macht, nach einem langen Schultag. An Gymnasien gibt es aber natürlich deutlich weniger Gerenne als in Grundschulen. Ich guckte weiter, konnte Kind1 aber nicht sehen.

Nach einer Weile dann kamen wieder ein paar Schemen aus der Tür. Vier waren es. Drei gehende, und ein hüpfender, flatternder.

Auch, wenn ich keine Gesichter erkennen konnte, mir war SOFORT klar, dass das nur Kind1 sein konnte… Und so war es dann auch 🙂

 

Fliegendes Babyvögelchen

Babyvögel

Im letzten Post habe ich ja darüber geschrieben, wie das mit dem Flattern für mich so ist. Daraufhin wollte ich meine eigene, wild in der Gegend herum flatternde Brut mal interviewen, wie sie diese Flatterei sehen und warum sie das machen. Das war…. nicht sehr ergiebig.

Ich fragte Kind1, warum er flattert.

„Ich mag das.“ war seine ausführliche Antwort.

Aha. Und wann flatterst du?

„Wenn ich das will!“

Verstehe. Und wie fühlst du dich dabei?

„Als ob ich herumspringe und mit den Armen flattere.“

Kind 2 fragte ich ebenfalls: Warum flatterst Du?

„Äh, das mache ich halt einfach so.“

Wann flatterst Du, Kindelein?

„Wenn ich aufgeregt bin, denn nur so können andere das ja auch merken!“

AHA! Das ist ja schon mal ein Hinweis. Klingt für mich so, als hätte Kind2 Schwierigkeiten damit zu erkennen, wann jemand etwas fühlt- wenn man es nur an Handgesten erkennen kann, dann macht sie die Handgesten auch.

Und wie sie sich dabei fühle, fragte ich.

„Aufgeregt natürlich, denn dann mache ich das ja!“

Nun gut. Das ist alles schon ganz richtig, wir feilen eventuell noch etwas an der Ausführlichkeit ^^

Ich kann allerdings aus meiner Beobachtung noch ergänzen, dass meine Kinder bei Aufregung herumflattern, hauptsächlich wenn sie sich freuen oder etwas spannendes ansteht. Kind1, der oft in seinen eigenen Gedanken ist und dann am liebsten an coole Dinge denkt, flattert oft ohne ersichtlichen Grund und springt dabei hoch und runter. Oft kichert er auch. Kind2 grinst immer breit wenn sie herumflattert, undwenn sie einmal angefangen hat herumzuflattern, dann kann sie auch kaum aufhören.  Während Kind1 hauptsächlich aufgeregt ist über Dinge am Computer und was damit so zusammen hängt, ist Kind2 genau so oft aufgeregt über soziale Dinge, wie zum Beispiel wenn sie von Freunden erzählt, oder wenn sie darüber (laut) nachdenkt, dass sie mit jemandem spielt/ spielen möchte/ gespielt hat.

Beide finden das Flattern überhaupt nicht seltsam oder ungewöhnlich, denn sie machen es einfach, weil es grade so passiert. Hindert sie hier ja auch niemand daran- höchstens ich mal, wenn mir grade alles zu viel ist, und zwei Kinder mit ihren Extremitäten an mir vorbeifuchteln. Dann schicke ich sie schonmal woanders hin, bis sie wieder etwas ruhiger sind 😉 Aber ich würde ihnen nicht sagen, dass sie nicht flattern dürfen- wäre ja auch ziemlich doof, während ich in der Luft herumfuchtele den Kinden zu sagen, dass sie das sein lassen sollen 😉

 

 

Babyvögel

Wenn ich ein Vöglein wär‘

…dann würde ich vermutlich nur etwas öfter mit den Flügeln flattern als ich es jetzt mache. Okay, und ich hätte Federn…

Irgendwie war es mir jetzt ein Bedürfnis, über das Händeflattern zu schreiben. Ich flattere und Kinder 1 und 2 flattern. Und es ist super 😉

Das, was von außen seltsam aussieht, unnormal, auffällig, seltsam, das ist zumindest für mich wirklich gut. Ich muss mal die Kinder befragen, wie es ihnen damit geht, aber ich glaube, die beiden denken gar nicht darüber nach und machen einfach.

Aber vielleicht mal von Anfang an. WARUM flattere ich mit den Händen?

Es hilft mir, innere Spannung abzubauen. Wenn ich mich fühle wie eine geschüttelte Sprudelflasche, dann ist es das Ventil, dass den Druck ablässt. Es ist ein richtig gutes Gefühl und danach bin ich etwas entspannter.

Wann flattere ich überhaupt?

Wenn ich viel um die Ohren habe. Es muss auch nichts dramatisch schlimmes sein, heute war es zum Beispiel so, dass ich noch eine halbe Stunde hatte um Dinge zu erledigen, bevor ich zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein musste. Der Druck, fertig zu werden und pünktlich zu sein hat mich innerlich angespannt und ich habe geflattert.

Ich flattere selten „richtig“ in der Öffentlichkeit, da schüttele ich nur meine Arme aus oder kneife mir selber in die Hände. Das sieht bestimmt auch nicht immer sehr „normal“ aus, aber es ist besser als mein Gefuchtel.

Am liebsten flattere ich zu Hause wenn ich alleine bin oder die Kinder da sind- vor den Kindern ist mir das nicht peinlich, die wissen dass sie ne schräge Mutter haben 😉 Vor dem Gatten flattere ich etwas weniger exzessiv, keine Ahnung warum 😉

Aber eigentlich flattere ich ständig herum wenn keiner zuschaut.

Ich habe das Flattern eigentlich erst in den letzten Jahren „für mich entdeckt“, weil ich mir vorher durch den Drang, normal zu wirken, angewöhnt hatte, die Arme feste an mich zu pressen und an den Fingernägeln und der Nagelhaut zu knibbeln. Bloß nicht flattern und und seltsam dabei aussehen! Aber: Flattern ist DEUTLICH besser für meine Finger als Nagelhaut zerreißen;-)

Und wie kann man sich das jetzt vorstellen?

Ich beobachte mich ja im Moment selber. Meine Flatterei hat sich in den letzten Monaten, in denen ich sie mir explizit erlaubt habe, immer verändert.

Wenn ich mich gefreut habe, bin ich immer schon herumgehüpft und habe mit den Flügeln geschlagen, quasi. Genau das machen Kinder 1 und 2 auch. Aber für mich ist das irgendwie nicht ausreichend. Klar, bei Freude schon, aber für die normalen kleinen aufgeregten Situationen fühlte es sich nicht richtig an. Also habe ich unbewußt damit angefangen, mir eine herunterhängende Hand auszuschütteln, meist die linke, damit die rechte noch etwas tun kann. Das fühlte sich gut an. Den Stress, auch ganz kleinen, einfach abschütteln.

Mit der Zeit hat meine Hand sich dann ohne mein bewusstes Zutun immer weiter hochgehoben beim Schütteln, und ich habe die Hand leicht nach vorne gehalten beim Schütteln.

Irgendwann wollte die Hand dann den Daumen und den kleinen Finger ausstrecken und sich etwa auf der Höhe meines Ohres schütteln.

Ich schreibe „meine Hand wollte“, weil ich das tatsächlich nicht entschieden habe, es so zu machen. Einfach die Tatsache, dass ich mir jetzt erlaubt habe, mit den Händen „unnormale“ Sachen zu machen hat das Ganze verselbständigt.

Und es tut gut!

An einem normalen Tag kann ich den ganzen Reizen und dem Stress ja nicht entkommen. Ich muss zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein, und in der Zwischenzeit Dinge erledigen. Also so ganz normaler Alltagskram. Aber jetzt, wenn ich denke „Uuuuh, ich muss noch dieses und jenes machen bevor ich los muss!“, dann fange ich an herumzufuchteln, und es wird etwas erträglicher.

Es nimmt natürlich nicht alles weg, und es ist keine Zauberbewegung, die magisch alles gut macht.

Außerdem: So lange ich flattern kann damit es mir besser geht ist alles in Ordnung. Wenn ich nicht mehr flattern kann, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Shutdown näher rückt… und dann hilft eh nur noch Ruhe und Decke über den Kopf. Aber das ist eine andere Geschiche 😉

Wenn ich ein Vöglein wär‘

„Wann darf ich endlich anfangen, Mama?“

Nach einigem Hin und Her und verschollenen Emails und überhaupt großem Allesdoof habe ich tatsächlich beschlossen, auf mein Buchgefühl zu hören und Kind1 nicht ins ATZ umme Ecke zu schicken.

Nach einer kurzen Mail an das andere ATZ bekam ich wenige Minuten später die erste Antwort, und schon bald hatte ich einen Termin, damit man dort so viel wie Möglich über Kind1 erfährt, um ihm helfen zu können.

WOW! Im ersten ATZ hat mein Gesprächspartner nicht einmal nach Kind1 gefragt.

Der Termin war gestern morgen, und ich war ein klein bisschen Nervös (weil alles neu und wuaaah, ich bin noch nie da gewesen und kenne die Leute nicht!!!!!!!!). Dass  ich eine Kopie des Diagnoseschreibens von Kind1 mitbringen sollte,die ich aber erst mal nicht fand, machte es nicht besser…

Ich suchte im Ordner, in dem ALLES drin war, jedes Fitzelchen Kommunikation mit dem Kinderneurologischen Zentrum- nur die Diagnose war nicht drin. Gnarf. Nach einer halben Stunde war ich schon ziemlich panisch, aber es reifte ein Plan B in meinem Kopf heran. Das Schreiben mit der Diagnose war ja die Kopie dessen, was der Kinderarzt bekommen hat. Das müsste bei ihm ja in den Unterlagen sein. Dort könnte ich sicher eine Kopie bekommen.

Grade als  ich das beschlossen hatte fiel mir das gesuchte Schreiben in die Hände. Es war bei der Literatur zum Thema Autismus… klar. Wo auch sonst… o.O (Aber…WARUM????)

Gut, das Original hatte ich ja schon mal, ich sollte aber eine KOPIE mitbringen. Also die Nachbarin gefragt, die ich gerne mal für Notkopiersituationen missbrauche 😉 Aber ihrGerät war kaputt. Logisch.

Also überlegen wo ich kopieren kann. Es muss vor 9 geöffnet haben, denn um 9 war ja schon der Termin. Mir fiel ein Laden ein, zu dem ich hinfuhr- und der Kopierer war kaputt! Yeah!

Zum Glück konnte er schnell repariert werden, und ich bekam meine Kopien. Direkt mal in dreifacher Ausfertigung, damit ich beim nächsten Mal schon die Kopien habe ^^

Ich konnte dann gemütlich zum Termin fahren, und hatte noch Puffer, ein paar Minuten im Auto zu sitzen und etwas runterzukommen. Mental auf „NEU-NEU-NEU-NEU!!!“ vorzubereiten.

Drinnen war ich dann trotzdem ziemlich aufgeregt, was ich auch direkt sagte, weil es sonst eh aufgefallen wäre, ich zerreiße mir ja immer meine Hände… Aber „Ach, da gibt es doch keinen Grund zu! Wir tun hier keinem was!“ Sehr schön 😉

Es war dann auch wirklich, wirklich Klasse.  Ich sollte über Kind1 berichten, die ATZ-Leiterin stellte Fragen, wir erzählten uns gegenseitig etwas, es war richtig angenehm. Und schon nach ganz, ganz kurzer Zeit war ich Sicher die richtige Wahl getroffen zu haben.

Vermutlich wird Kind1 in etwa einem Monat schon mit der Therapie anfangen können, ich habe den Therapeuten schon kurz kennenlernen können. Oh, und ob Kind1 Angst vor Hunden hätte? Jaaaaaaa, sehr, antwortete ich, wir haben bisher nicht viele gute Erfahrungen mit Hunden machen können. „Sehr gut!“ sagte die Leiterin und rieb sich grinsend die Hände, „dann kommt das mit auf den Therapieplan!“ Es gibt nämlich 3 Therapiehunde dort, Kind1’s Therapeut hat einen davon. Der kam mich auch direkt mal besuchen (der Hund), kam ganz vorsichtig auf mich zu, schnupperte meine Hand, leckte einmal sanft daran, und zog sich leise zurück. Ich denke, Kind1 wird seine Freude mit dem süßen Hund haben.

Zu Hause berichtete ich am Nachmittag dem Kinde, was alles besprochen wurde. Meine Begeisterung merkte er mir sehr schnell an, und es färbte ab.

Dass das ATZ bei ihm jetzt schon ungesehen absolut gewonnen hat, hat aber auch noch einen anderen Grund… als ich nämlich die schlechte Grapho- und Feinmotorik während des Gespräches erwähnte sagte die ATZ-Leiterin SOFORT, dass ihm dann ein Laptop für die Schule zustehe…

Jetzt kann Kind1 es kaum noch erwarten, endlich zur Therapie gehen zu dürfen! ^^

Nagut. Nicht nur wegen des Laptops.

Wir haben uns heute Abend noch darüber unterhalten, was da so mit ihm passiert. Und was das Ziel der Therapie ist- nämlich dass er lernt, mit seinen Besonderheiten umzugehen, für sich gut zu sorgen, zu merken, wann er was braucht, es formulieren können. Und darauf freut er sich auch. Denn er will sich ja gerne helfen, aber es klappt nunmal nicht immer.

Aber bald, dann, hoffentlich.

„Wann darf ich endlich anfangen, Mama?“

Urgs.

Die Sache mit der Autismustherapie für Kind1 ist offenbar komplizierter als man so denkt. Er hat seine Diagnose ja jetzt schon etwa ein dreiviertel Jahr, trotzdem geht das mit der Therapie nur seeeeehr schleppend.

Fing ja schon gut an,“damals“, dass ich das falsche Jugendamt angeschrieben habe- dass es in der gleichen Stadt zwei verschiedene Jugendämter gibt muss man ja erst mal wissen 😉

Wir sind dann aber an eine wunderbare Sachbearbeiterin gekommen, mit der ich ein gutes Gespräch hatte.

Wir vereinbarten, dass ich mich für eines der beiden Autismustherapiezentren entscheiden sollte und mich dann per eMail melden würde. Machte ich auch, und war stolz auf mich, wie gut ich diese Ämtersache hinbekomme. Etwas, was ich ja eigentlich nicht wirklich gut kann.

Was dann aber nicht mehr so klappte war, als die Antwortmail der Sachbearbeiterin irgendwie nicht bei mir ankam. Ob ich sie versehentlich gelöscht hatte oder ob sie im Spamverdachtsordner untergegangen ist, ich weiß es nicht, und das ist auch müßig- ich habe sie nicht gesehen. Während ich also darauf wartete, dass das mit der Therapie ihren amtlichen Weg ging, wartete die Sachbearbeiterin auf eine Antwort von mir. Über mehrere Wochen, und auch über einen Jahreswechsel.

Dann rief die Sachbearbeiterin bei mir an und fragte nach. Und ich wusste von nichts, war der Ansicht, alles war schon prima und unterwegs.

Ich sollte noch mal explizit sagen, wie die Entscheidung lautete, damit das in die Wege geleitet werden kann, und dann sollte ich mit dem gewählten ATZ telefonieren. Was ich ja nun nicht getan hatte.

Ich versuchte dann dort anzurufen, im ATZ der Wahl. Die Telefonsprechzeiten sind aber für mich zu wirklich ungünstiger Zeit, das schaffte ich nicht, außerdem ist die Sprechstunde tatsächlich nur eine Stunde lang. Einmal in der Woche. Nein, kein Druck, garnicht.

Dann hatten wir kein Internet und kein Telefon- und solche wichtigen Sachen „kann“ ich nicht vom Handy  oder von jemand anderem zu Hause aus machen. Telefonieren ist nicht meine Stärke… Ich brauche meine sichere Umgebung, und meinen Plan was ich sagen muss/möchte, und RUHE.

Als wir wieder Telefon und Internet hatten und abzusehen war, dass ich diese Telefonsprechstunde NIEMALS schaffen würde, schrieb ich eine Mail mit der Frage, ob sich alles vielleicht auf diesem Weg besprechen ließe. Kann ich eh besser 😉 Wenn es aber nicht möglich sei, das per Mail zu besprechen, vielleicht wäre es ja möglich, einen Telefontermin zu vereinbaren, der vormittags ist!

Keine Antwort… ich wartete, und wartete… bis gestern. Endlich war die Mail da. Dort stand drin, dass wir gerne einen Telefontermin vereinbaren könnten, entweder heute Morgen oder morgen früh.

Ich bereitete mich also vor. Schrieb mir eine Liste, denn Listen sind toll 😉 Ich schrieb alles auf, was mir wichtig ist und was ich nicht möchte. Ich überlegte mir meine Worte genau, ich schrieb mir sogar meine eigene Telefonnummer auf, falls ich den Anrufbeantworter dran haben würde, auf den ich dann meine Nummer sprechen sollte, wenn grade niemand abhebt- ich komme immer durcheinander mit Zahlen, egal wie gut ich sie kenne, in meinem Kopf fallen die einfach hin und her.

Meine Liste war schließlich eine ganze DinA4 Seite lang, und es war etwas gutes, an dem ich mich festhalten konnte!

Ich rief an.

Immerhin, es ging jemand dran, und ich musste nicht meine Telefonnummer auf Band sprechen!

Ich sagte meinen Namen, dass wir uns per eMail ausgetauscht hatten und mein Sohn dorthin zur Therapie soll.

Der Herr am anderen Ende wusste sofort worum es ging, sagte „Ja, die Mail!“  und dann erst mal nichts mehr. Ich stammelte etwas davon, dass die Sachbearbeiterin im Jugendamt gesagt hat, ich solle mich jetzt bei ihm melden deswegen, in der Erwartung, dass jetzt die wichtigen Dinge kämen, die per eMail nicht zu klären seien. Seine Antwort war: „Ja, Frau Jugendamt hat alles angeleiert, Kind1 steht auf der Warteliste.“

Stille.

Ich hasse das ja. NICHTS auf meiner Liste passte zu dieser Situation, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Erstmal fragte ich stammelnd: „Wie lange wird er denn warten müssen?“ Das wisse man nicht, aber bestimmt noch einige Zeit.

Stille.

Ja, verdammt noch mal, was soll denn dieses Telefonat, wenn er nix sagt?  Ich sagte vorsichtshalber noch mal, dass wir dieses ATZ ausgesucht hatten, weil es fußläufig zur Schule von Kind1 liegt.

Stille.

„Gibt es denn noch etwas wichtiges, das ich beachten muss, etwas, das wir machen müssen?“ fragte ich, etwas verzweifelt. Immerhin, er redete: „Nein, Sie haben alles gemacht, sie können jetzt nur noch warten bis Kind1 den Platz bekommt“

Daraufhin beendete ich das Telefonat, höflich, aber unsicher und verwirrt.

Alles, was ich aufgeschrieben habe, war zu nix nütze. Alles, was Herr ATZ gesagt hat  wusste ich schon. Alles, was ich gesagt habe, habe ich bereits in der eMail geschrieben. Wozu war das jetzt gut? Dafür habe ich über Wochen Stress gehabt? Jeden Donnerstag Mittag auf die Uhr geguckt- Mist, JETZT ist Sprechstunde, und ich bin unterwegs.

Ich muss ja sagen, dass mir das nicht grade ein gutes Gefühl macht. Wird die Kommunikation jetzt immer so schleppend laufen? Ist Kind1 dann überhaupt an der richtigen Stelle? Wird der Therapeut wenigstens auf Kind1 eingehen?

Ich habe der Sachbearbeiterin des Jugendamtes direkt eine eMail geschrieben (sie erreicht man damit sehr gut und sie antwortet prompt, ausführlich und mit Sinn und Inhalt. Oder ruft an 😉 ) und ihr von meinem schlechten Gefühl erzählt. Die Nachbarin hat mir auch noch ein paar Ideen gegeben, und jetzt müssen wir mal sehen. Ist jedenfalls noch nicht ganz zuende, das Thema.

Ist auf der Warteliste, sozusagen…

 

Urgs.

Grade gelernt:

Das, was ich im letzten Artikel beschrieben habe, also wie ich Aufgaben erledige (oder eben nicht erledige), heißt „Exekutive Dysfunktion“.

Nagut, eigentlich wusste ich schon, dass das so heißt. Aber ich habe auf einem anderen Blog einen wirklich, wirklich guten Artikel mit Video gefunden, der das wirklich exakt beschreibt- und damit auch mich. Ich habe Bauklötze gestaunt und mich in jedem Wort wiedergefunden.

Lest es Euch doch einmal durch oder/und schaut es Euch an! Besser und verständlicher als das kann man es nicht formulieren!

(Manchmal klappt aber auch alles fast wie am Schnürchen, wenn ich einen guten Tag habe. Dann bin ich ganz stolz auf mich und denke, dass ich das doch einfach jetzt immer so machen kann- was dann aber nicht klappt, weil es mir ja schließlich nicht immer blendend geht. Hin und wieder bin ich natürlich auch einfach nur faul. Aber zeigt mir bitte jemanden, der nie auch mal faul wäre! 😉 )

 

Grade gelernt: